Die Trikotträger

72 - BERNUCCI Lorenzo1 - ARMSTRONG Lance131 - BOONEN Tom54 - KROON Karsten7 - POPOVYCH Yaroslav

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Die Etappe im Rückblick

"Vai Lorenzo, Vai!"

Vergessen Sie jegliche Vorhersagen zu Flachetappen der Tour de France. Manchmal ist es unerheblich, wie hart einzelne Fahrer oder Teams arbeiten, wenn das Schicksal eingreift.
Lorenzo Bernucci war heute zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnte den bislang größten Erfolg seiner vierjährigen Laufbahn erzielen. Er mag zwar nicht der stärkste Fahrer gewesen sein, dafür jedoch hatte er heute am meisten Glück.
Der 25-jährige Fassa Bortolo-Fahrer setzte sich auf den letzten drei Kilometern vom Peloton ab und heftete sich an die Fersen von Alexander Winokurow. Der kasachische Meister war wenige Meter zuvor durchgestartet mit dem Wissen, dass die letzten Kilometer der sechsten Etappe tückisch werden würden. Im Tour-Handbuch war eine scharfe Rechtskurve auf den letzten 1.000m aufgeführt. Selbst auf trockener Fahrbahn hätte es hier zu Problemen kommen können. Auf der nassen Straße dagegen erwies sich die Stelle als verfänglich.
Während Bernucci dem Etappensieg entgegenstürmte, lag der Held des Tages Christophe Mengin blutend am Boden, nachdem er 900m vor der Ziellinie ausgerutscht und gestürzt war.
Teamdirektor Marc Madiot von La Française des Jeux war im Ziel den Tränen nah. “So ist ein trauriges Ende,†murmelte er. “Zu sehen, wie Christophes Mühen auf so grausame Weise stürzt, ist schrecklich. Er war den ganzen Tag über wahnsinnig stark, und dann dieses Ende...†Kurz zuvor war Mengin der „Preis des aggressivsten Fahrers“ verliehen worden, nachdem er bei km 23 angegriffen hatte, dann mit seinen vier Mitausreißern die Spitze des Rennens kontrollierte und schließlich bei der letzten Steigung ganz in der Nähe seines Hauses in Villey-le-Sec 25 km vor dem Ziel zum letzten Angriff überging.
Nur wenige Sekunden nachdem Mendin die Kontrolle über sein Rad verlor und in die Seitenbarrieren krachte, näherte sich auch das Peloton der Kurve, und zahlreiche Fahrer landeten ebenfalls am Boden. Bernucci jedoch sauste dem Etappensieg entgegen, während die Sprinterstars Jaan Kirsipuu, Allan Davis, Stuart O’Grady, Baden Cooke, Robbie McEwen, Tom Boonen allesamt in den Sturz verwickelt waren. Diejenigen wiederum, die nicht am Boden lagen, hatten dagegen keine Energie, im Schlusssprint die hinteren Plätze zu umkämpfen.
Unter den gestürzten Fahrern befand sich auch Bernuccis Teamkollege Fabian Cancellara. Unverletzt stand er rasch wieder auf, griff zu seinem Mikrophon und rief seinem Kollegen die Ermunterungsrufe “Vai! Vai! Vai!†zu. Und Bernucci startete durch. Lorenzo fuhr Winokurow und dem Rest des Pelotons davon.
Zwar haben wir noch nicht viel von ihm gesehen, aber nach dem heutigen Tag gehört er zur Geschichte der Tour. Er ist kein zweitklassiger Sieger, aber Lorenzo weiß, dass er heute eine ganz besondere Gelegenheit wahrnehmen konnte.
Das Wetter war somit mitverantwortlich für den Sturz von Mengin und den Sieg Bernuccis. Armstrong bleibt heute Abend in Gelb, wenngleich Winokurow durch seinen zweiten Etappenplatz 19 Sekunden auf den Amerikaner gutmachen konnte.

Depeschen

17:09 - Top Ten der Etappe

Hier die ersten zehn Plätze der heutigen Etappe:
1. Lorenzo Bernucci (FAS)
2. Alexandre Vinokourov (TMO)
3. Robert Forster (GST)
4. Angelo Furlan (DOM)
5. Thor Hushovd (C.A)
6. Kim Kirchen (FAS)
7. Gianluca Bortolami (LAM)
8. Egoi Martinez (EUS)
9. Gerrit Glomser (LAM)
10. Kurt Atle Arvesen (CSC)

16:55 - Etappensieg für Bernucci

Bernucci kann sich vor Winokurow behaupten. Zahlreiche Fahrer sind in den Sturz verwickelt.

16:54 - Massensturz

Mengin stürzt in der letzten Kurve, gefolgt von einigen anderen Fahrern. Cancellara und Vino sind an der Spitze.

16:51 - Mengin führt weiterhin

Es bleiben noch 2,5 km. Mengin liegt 11 Sekunden in Führung.

16:49 - Mengin 5 km vor Ziellinie

5 km vor dem Ziel liegt Christophe Mengin allein 12 Sekunde vor dem Peloton. Cioni ist vom Feld geschluckt worden.

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