Die Trikotträger

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Die Etappe im Rückblick

Boonen ist gewachsen

Sollte irgendjemand noch Zweifel haben, so sei es hier einmal ausdrücklich gesagt: Tom Boonen ist der Mann, den es auf den Flachetappen zu schlagen gilt. Die Favoriten im Massensprint haben im vergangenen Jahr das große Potential des belgischen Sprinters erkannt, der dank seiner bewährten Renntaktik zwei Etappen davontragen konnte, nämlich in Angers und später bei der prestigeträchtigen Etappe auf den Champs-Elysées. So mancher mag jedoch vergessen haben, dass Boonen in der nordischen Woche der Tour 2004 den Etappensieg zweimal nur knapp verfehlt hatte, nachdem er in Namur (Etappensieg durch Kirsipuu) und Wasquehal (Etappensieg von J.-P. Nazon) so kräftig in die Pedalen trat, bis diese durchbrachen – Anfängerpech sozusagen. Denn während der ersten Hälfte der Saison 2005 hat Boonen weiter dazugelernt. Nach seinen Etappensiegen bei der Tour of Qatar, dem Rennen Paris-Nizza, der Belgien-Tour und der Tour de Picardie, beeindruckte er insbesondere durch seine Erfolge bei den großen Rennklassikern: zwei Etappensiege in nur einer Woche bei der Flandern-Rundfahrt und dem legendären Rennen Paris-Roubaix. Somit erreichte er sein erstes für dieses Jahr gesteckte Ziel. Innerhalb eines Nachmittags genauer gesagt auf den letzten 150m der zweiten Etappe erbrachte Boonen den schlagkräftigen Beweis dafür, wie er sein zweites Ziel in die Tat umzusetzen gedenkt, nämlich das grüne Trikot der Tour de France zu erobern. Angesichts seiner persönlichen Leistung muss der Zögling von Patrick Lefévère niemanden fürchten. Der Versuch McEwens, auf der Jagd nach dem Etappensieg zu früh durchgestartet, mutet wie eine Ohnmachtsbekundung angesichts des belgischen Riesen an. Der für die Beschleunigung gewählte ideale Zeitpunkt, nämlich 100m vor der Ziellinie, die Leichtigkeit, mit der er seinem australischen Kontrahenten davonfuhr und last but not least der Vorsprung im Ziel sind dagegen der Beweis für die durchschlagende Effizienz und die deutlichen taktischen Fortschritte Boonens. Somit wechselt das grüne Trikot heute Abend den Träger. Der Zufall will es so, dass zum ersten Mal seit 11 Jahren Erik Zabel, der seit 1995 jede Tour de France beendet hatte, nicht am Kampf um das begehrte Sprinterdress teilnimmt. Es wäre verwegen, dem erst 24-jährigen Tom Boonen eine derartige Langlebigkeit auf höchstem Niveau vorauszusagen. Fest steht dagegen, dass jeder, der ihm das Trikot entreißen möchte, stärker und gewitzter sein muss als er. Und das ist gar nicht so einfach…

Depeschen

16:54 - Tom Boonen Etappensieger

Der Belgier kann sich bei der zweiten Etappe der Tour 2005 vor Hushovd und McEwen durchsetzen.

16:53 - Sprint in Vorbereitung

De Favoriten befinden sich in der letzten Kurve.

16:51 - Bénéteau eingeholt

Der Franzose wird vom Feld gestellt. 3 km vor dem Ziel führen die Fahrer von Française des Jeux.

16:49 - 100 m Vorsprung

Bénéteau liegt knapp 100m vor dem Hauptfeld.

16:49 - Angriff

Walter Bénéteau greift 5 km vor dem Ziel an.

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