Tagebuch der Etappe

étape 5 - Épernay Montargis 187.5 km
Donnerstag 8 Juli

Freudentränen bei Cavendish

Sein Team hielt daran fest, dass Mark Cavendish trotz der Probleme am Ende der vierten Etappe der schnellste Mann der Welt sei, und in Montargis hängte der Fahrer von der Isle of Man 240 m vor dem Ziel der 187,5 km langen Etappe mit Start in Epernay alle Rivalen ab und holte sich seinen 11. Etappensieg bei der Tour de France, den ersten 2010. HTC-Columbia tat sich mit Cervélo und Lampre zusammen, um die heutige Ausreißergruppe einzufangen, und Garmin-Transitions versuchte auf den letzten 3 km noch einen raffinierten Zug. Auch wenn die Formation mit einigen Fahrern vorn vertreten war, konnte Farrar die Sache nicht zu Ende bringen und musste einen 10. Platz im Finish hinter einer Gruppe von Sprintern akzeptieren, die Cavendish bis auf die Linie jagten. Es fielen Tränen, als Cavendish auf dem Siegertreppchen stand. Er ist demütiger als im letzten Jahr, als er die Sprintetappen nach Belieben dominierte. ‚Cav’ ist zurück und vergießt Freudentränen!

Die Etappe im Einzelnen

Der offizielle Start der fünften, 187,5 km langen Etappe von Epernay nach Montargis erfolgte um 12.53 Uhr. Gemeldet waren 188 Fahrer, aufgeben musste Txurruka (EUS). Auf dem Programm des heutigen Renntags, der mit Temperaturen von 33° C und mehr am Start aufwartete, standen zwei Anstiege der Kategorie 4 – der Côte d’Orgais-l’Abbaye (18,5 km) und der Côte de Mécrignes (36,5 km) – und drei Zwischensprints: in Vauchamps (27,5 km), Ville-St-Jacques (126,5 km) und Préfontaines (169,5 km).

Gutierrez übernimmt die virtuelle Führung

An der 6-km-Marke griff Gutierrez (GCE) an. Ihm schlossen sich El Farès (COF) und Van de Walle (QST) an. Der Spanier war in der Ausreißergruppe der Fahrer mit der vorläufig besten Platzierung in der Gesamtwertung. Zu Beginn der Etappe lag er mit 3’24” Abstand auf Cancellara auf dem 50. Rang. Ab km 21 übernahm Gutierrez die virtuelle Führung der Gesamtwertung, als der Abstand des Felds auf seine Ausreißergruppe 5’50” erreicht. Den größten Vorsprung haben die Ausreißer mit 7’55” an der 28-km-Marke. Das war der Moment, als HTC-Columbia Sivtsov nach vorn schickte. O’Grady (SAX) gesellte sich dazu. An der 60-km-Marke verkürzte sich der Vorsprung auf 4’45”. Diesen beiden kam die Aufgabe zu, etwa 80 km das Tempo für das Feld vorzugeben. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug in der ersten Stunde 41,2 km/h, in der zweiten 38,3 km/h und in der 41,3 km/h.

Vorbereitung des Sprints

Lampre schickte 50 km vor dem Ziel einen Fahrer nach vorn, um die Aufholjagd zu unterstützen. Der Abstand war zu diesem Zeitpunkt bereits auf 2’10” geschrumpft. Cervélo beteiligte sich 27 km vor dem Ziel auch an der Verfolgung. Ab da sollte der Vorsprung der Ausreißer unaufhörlich schwinden: 25 km vor dem Ziel – 1’25; 15 km vor dem Ziel – 1’10”; 10 km vor dem Ziel – 40”. Als das Peloton bis auf 20” (6,5 km vor der Ziellinie) an die Ausreißer herangerückt war, griff Gutierrez die Spitzengruppe an. 5 km vor dem Ziel führte Gutierrez mit 12” Vorsprung, aber 4 km vor dem Ziel wurde er eingeholt.

Cavendish holt sich den Sieg

HTC-Columbia konnte sich im Finale nicht durchsetzen: Zahlenmäßig war die Formation vorn überlegen, aber Garmin drängte sich 3 km vor dem Ziel rechts vorbei. Das Team um Farrar hatte eine fünfköpfige Gruppe für die letzten 2 km nach vorn geschickt und drei davon waren noch übrig, als das Feld 600 m vor dem Ziel um die letzte enge Rechtskurve bog. Aber dann schien es, als werde das Team, das sich gar nicht an der Aufholjagd beteiligt hatte, böse überrascht. Mark Renshaw stellte unter Beweis, dass er zu den besten Lead-Out-Fahrern der Welt gehört, als er das korrigierte, was er auf der vierten Etappe als „Fehler“ bezeichnet hatte – Cavendish zu früh nach vorn zu bringen – und diesmal ein perfektes Timing lieferte. Er zog seinen Kapitän bis 240 m vor das Ziel und dann schaltete ‚Cav’ den Turbo ein. Er wurde von seinen früheren Teamkollegen Ciolek und Boasson Hagen bis auf die Ziellinie gejagt, aber sie waren nicht schnell genug, um gegen den Meister des Sprints etwas auszurichten. Es ist der 11. Etappensieg für Cavendish bei der Tour de France.

Fabian Cancellara beendet die Etappe als 32. und fährt einen weiteren Tag in Gelb.

 

Mark Cavendish: "Die Arbeit wurde belohnt."

Trotz des Sturzes auf der ersten Etappe und dem 12. Platz auf der vierten Etappe glaubte das Team von Mark Cavendish weiter an den „schnellsten Mann der Welt“. Kanstantsin Sivtsov fuhr fast 100 km an der Spitze des Felds, um eine Ausreißergruppe einzuholen, und dann wurde der Rest der Formation in Position gebracht, um ‚Cav’ nach vorn zu fahren, bevor dieser einen atemberaubenden Sprint ablieferte.

Ich habe mich an Mark Renshaw gehängt und wusste, dass er mich richtig positionieren würde. Und das hat er getan. Als wir uns heute Morgen das Finale auf Google Earth angeschaut haben, wussten wir nicht, dass hier ein Anstieg ist, aber Erik Zabel hat uns danach gesagt, dass die Zieleinfahrt nicht flach ist. Wir haben ein sehr hohes Tempo halten können und es ist eine unglaubliche Sensation, dass wir uns am Ende durchsetzen konnten.
Dieser ganze Druck, der sich während des Jahres aufgebaut hat, ist mit einem Schlag weg. Aber ich werde natürlich versuchen, noch einen Etappensieg zu holen. Gott sei Dank ist die ganze Arbeit heute belohnt worden.
Das ist die Tour de France, das größte Radrennen der Welt, und es war das Ziel dieses Jahres, hier wieder zu gewinnen. In den ersten Tagen hatten wir nicht viel Glück, und gestern lief es eigentlich gut, aber dann habe ich die Jungs fallen gelassen! Heute haben sie absolut perfekte Arbeit geleistet. Sie haben noch mehr geleistet, als von ihnen erwartet wird, und es ist ein unglaublicher Trumpf, sie an meiner Seite zu haben. Sie setzen all ihr Vertrauen in mich. ‚Kosta’ (Sivtsov) beispielsweise ist von Kopf bis Fuß bandagiert, aber er ist in den letzten beiden Tagen 300 km vorneweg gefahren! Für Tony Martin und Michael Rogers steht in den nächsten Tagen einiges in der Gesamtwertung auf dem Spiel, und sie fahren weiter für mich. Ich habe an mir gezweifelt, vor allem gestern, aber wir haben sauber gearbeitet und es tut gut zu gewinnen, endlich.