Die heutige Etappe

Rouen / St-Quentin

Tagebuch der etappe

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Lauter Versprechungen!

nachrichten des tages27.07.2012Nach dem Rennen

Photo des maillots du tour 2012 - © ASO/O.Chabe

Der Sieg von Bradley Wiggins bei der Tour 2012 eröffnet vielleicht eine neue ära der Vorherrschaft. Die Überlegenheit der Sky-Mannschaft könnte dem ersten britischen Tour-Champion erneut dienlich sein, aber auch seiner "Nummer 2" Chris Froome. Was auch immer innerhalb des englischen Teams passieren mag, das sein Ziel in nur drei Jahren erreicht hat, die nÄchsten Ausgaben der Tour de France werden ebenfalls von slowakischen, französischen oder amerikanischen Akzenten geprägt sein. Deutliche Hinweise darauf hat es während dieser drei Wochen von Peter Sagan, Tejay Van Garderen, Thibaut Pinot oder Pierre Rolland gegeben.

Nach einem ehemaligen Mountainbiker hat nunmehr ein gelernter Bahnfahrer die Tour de France gewonnen und dabei seine absolute Klasse beim Zeitfahren voll zur Geltung gebracht, verstärkt durch eine auf allen Terrains bewährte und unangefochtene Konstanz. Die ersten beiden Etappensiege von Bradley Wiggins in Besançon und Chartres haben ihm eine Marge von nahezu zwei Minuten auf seinen Kronprinzen eingebracht, der kein anderer als seine HauptstÜtze Christopher Froome ist. Weitgehend dank der Verstärkung durch den weißen Kenianer konnte er - stets ruhig und gelassen - reagieren und standhalten, wenn seine Widersacher wiederholt - wenn auch hÄufig zaghaft - attackiert haben. Die Analyse des abschließenden Generalklassements spiegelt in allen Einzelheiten die FÄhigkeiten und Grenzen der von Wiggins ausgestochenen Kontrahenten wider: der unternehmungslustigste darunter, Vicenzo Nibali, hat dem KapitÄn der Sky-Mannschaft niemals auch nur eine Sekunde abnehmen können, weder im Anstieg noch in der Abfahrt. Der Italiener musste zudem den Preis fÜr seine relative SchwÄche im Zeitfahren bezahlen, die ihm letztlich einen Rückstand von 6'19" gegenüber dem ersten Podiumsplatz eingebracht, ihm aber dennoch nicht seine Freude vergÄllt hat, nunmehr das Podium bei den drei großen Rundfahrten erreicht zu haben.

Cavendish, Sagan, Greipel :
3-3-3, Vorteil Slowakei !

Neben den beiden ersten Plätzen in der Gesamtwertung kann sich das gesamte Sky-Team mit 6 Etappensiegen an 21 Renntagen über einen einwandfreien Wettbewerb freuen. Jener von Froome in La Planche des Belles Filles, der weniger erwartet aber genauso spektakulär wie die von Wiggins dominierten Zeitfahrten war, hat einen neuen starken Mann bei der Tour auftauchen lassen, dessen starkes Finish auch Glanzleistungen auf den belgischen Straßen im kommenden Frühjahr erwarten lässt. Und die drei Siege von Mark Cavendish - sein schwächstes Ergebnis bei einer kompletten Tour, werden Mäkler sagen - wurden ohne den Komfort der erstklassigen ZÜge errungen, die ihn zuvor immer von Bahnhof zu Bahnhof abgesetzt haben, und vervollstÄndigen ein königliches Resultat.

Der auf den Champs-Elysées unbesiegte "Cav" hat jedoch den Atem eines angekündigten Rivalen im Nacken gespürt (vielleicht schon wieder zum Ende dieser Woche bei den Olympischen Spielen), der schon damit begonnen hat, das Grüne Trikot überzustreifen, an das er sich letztes Jahr gewöhnt hatte. Bei seiner ersten Tour de France hat Peter Sagan die in ihn gesteckten Erwartungen bei weitem übertroffen. Unschlagbar bei Zielankünften auf einem Hügel, wie in Seraing und Boulogne, hat er zudem gezeigt, dass er es auch bei Flachankünften mit den stärksten Sprintern aufnehmen kann, wie Greipel und Goss in Metz. Mit diesem 3. Etappensieg hat der "Tourminator" sich zwischenzeitig in der Punktewertung bereits deutlich abgesetzt, war sich aber nie zu schade, bei den Zwischensprints und auf allen ihm zugÄnglichen Ziellinien mitzumischen: neben seinen 3 SiegerstrÄußen konnte er auch 5 PlÄtze in den Top 5 der Tour-Etappen hinzufÜgen! Dies erklÄrt die 141 Punkte, die Sagan letztlich von seinem ersten Verfolger um das grÜne Trikot - André Greipel - trennen sollten. Der deutsche Sprinter, der als dritter Fahrer drei Etappensiege bei der Tour 2012 verbuchen konnte, hat sich von seinem Komplex gegenÜber Mark Cavendish befreit und einen Zug genutzt, der bei den ZielankÜnften von Rouen, Saint-Quentin und am Cap d'Agde auf ihn zugeschnitten war.

Thibaut Pinot, der beständigste Begleiter
der Sky-Mannschaft im den Bergen

Wenn er auch noch nicht ganz das Zeug zu einem vorderen Platz im Generalklassement hat, liegen immer noch drei Jahre vor Peter Sagan, um das Weiße Trikot des besten Jungprofis anzupeilen, das dieses Jahr Tejay Van Garderen erringen konnte. In der BMC-Mannschaft hat der Schüler seinen Meister nunmehr offenkundig Überholt. Der junge Amerikaner hat sowohl beim Zeitfahren als auch im Gebirge keinerlei Schwäche gezeigt, im Gegensatz zu Cadel Evans, der zu keinem Zeitpunkt in der Lage gewesen ist, seinen Titel zu verteidigen. Letztlich hat Van Garderen den 5. Platz in der Gesamtwertung erreicht. Niemand vermag mit Gewissheit zu sagen, ob ihn die ZÜgel, die ihm Evans angelegt hat, wirklich daran gehindert haben, einen höheren Platz anzupeilen. Der Gewinner des Weißen Trikots hat hingegen die Konkurrenten in seiner Kategorie Überlegen beherrscht. Es ist nicht sicher, ob er noch sehr lange einen so großen Vorsprung auf Thibaut Pinot (6‘13") wird wahren können, der bei dieser Tour eine Reihe von vielversprechenden Leistungen geboten hat, die so bemerkenswert wie die von Peter Sagan sind. Der jüngste Fahrer im Peloton hat sich nicht damit begnügt, die Etappe nach Porrentruy zu gewinnen. Um seinen Platz in den Top 10 zu verteidigen, hat er sich danach als der bestÄndigste Begleiter der Sky-Mannschaft erwiesen, als die im Klassement vor ihm liegenden Nibali, Van den Broeck, Van Garderen oder auch Zubeldia in den Anstiegen einer nach dem anderen abgehÄngt worden waren (La Toussuire, Peyragueds).

Im Lebenslauf des Pyrenäenbezwingers Voeckler :
Aubisque, Tourmalet, Aspin, Peyresourde !

Die Hoffnung des französischen Radsports, Thibaut Pinot (10.) ist in der Gesamtwertung in der Nähe von Pierre Rolland (8.) gelandet. Der Gewinner des Weißen Trikots der Tour 2011 wird seine Defizite beim Zeitfahren wettmachen müssen, die ihn bislang von einem Podiumsplatz ferngehalten haben, ist den Erwartungen in den Bergen jedoch weitgehend gerecht geworden. Nach dem Alpe-d'Huez im letzten Jahr hat er diesmal die anspruchsvollste Alpenetappe in La Toussuire gewonnen. Dennoch sind nicht ihm die Ehren des Gepunkteten Trikots zuteil geworden, für die sein Teamgefährte Thomas Voeckler eine späte Leidenschaft entdeckt hat. Der EtappenjÄger hat sich zunÄchst im eigenen Register betÄtigt und die Etappe nach Bellegarde-en-Valserine gewonnen. Bei seiner zweiten Glanzleistung in diesem Jahr auf der Etappe nach Bagnères-de-Luchon hat der KapitÄn von Europcar in seinen Lebenslauf als PyrenÄenbezwinger die Namen der ruhmreichsten BergpÄsse eingetragen und die dazugehörigen Punkte eingeheimst: Aubisque, Tourmalet, Aspin und Peyresourde. Das reicht, damit ist das Soll erfüllt !

Insgesamt haben acht Mannschaften eine oder mehrere Etappen bei dieser Tour gewonnen, die Spanier Luis-Leon Sanchez und Alejandro Valverde haben ihr jeweiliges Team - Rabobank und Movistar - vor einer einzig von Desillusionen geprägten Tour de France bewahrt. Für die 14 anderen sind die gelieferten BemÜhungen, das Renngeschehen zu prÄgen, kaum belohnt worden, bis auf den Preis fÜr den kämpferischsten Fahrer der gesamten Tour, der Chris-Anker Sorensen verliehen wurde.

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Trikotträger am ende der etappe 5

Klassements am ende der etappe 5

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