
Châteauroux
218 km
Freitag 8 Juli
Das Drama der letzten 90 Minuten beraubt einige der Favoriten in der Gesamtwertung ihrer Tourchancen 2011. Hier die neue Top 10:
1. Thor Hushovd (NOR) GRM 2. Cadel Evans (AUS) BMC 0’01" 3. Fränk Schleck (LUX) LEO 0’04" 4. David Millar (GBR) GRM 0’08" 5. Andreas Klöden (GER) RSH 0’10" 6. Jakob Fuglsang (DEN) LEO 0’12" 7. Andy Schleck (LUX) LEO 0’12" 8. Tony Martin (GER) THR 0’13" 9. Peter Velits (SVK) THR 0’13" 10. Robert Gesink (NED) RAB 0’20"
Thor Hushovd beendet die Etappe in der ersten Gruppe und behauptet damit sein Gelbes Trikot. Die Top 10 der Etappe Le Mans - Chateauroux:
1. Mark Cavendish (GBR) THR - 218 km in 5h38’53" 2. Alessandro Petacchi (ITA) LAM 3. André Greipel (GER) OLO 4. Romain Feillu (FRA) VCD 5. William Bonnet (FRA) FDJ 6. Thor Hushovd (NOR) GRM 7. Sébastien Turgot (FRA) EUR 8. José Joaquin Rojas (ESP) MOV 9. Sebastien Hinault (FRA) ALM 10. Jérôme Pineau (FRA) QST
Das HTC-Team hat die Heranführarbeit absolut dominiert, und gegen Cavendish ist nach der Unterstützung von Goss und Renshaw kein Kraut gewachsen... Der Gewinner startet seinen Sprint zeitgleich mit Feill und Greipel, und ihm folgt bis zum Zielstrich Petacchi. Sein 17. Etappensieg ist beeindruckend, wenn auch nicht so bewegend wie sonst. Nur eine knappe Radlänge trennt ihn vom zweitplatzierten Petacchi.
Starkes Finish von Greipel. Feillu gibt sein Bestes in der Mitte, aber niemand kann mit der Endgeschwindigkeit von Cavendish mithalten, der auch Petacchi in Schach hält. Damit feiert der Manxman seinen 17. Tageserfolg der Tour de France!
Er liefert sich ein Duell mit Cavendish, der über die rechte Seite kommt...
Der Tempomacher machen ihre Arbeit, rechts neben Cavendish sind Gilbert, Feillu und drei Katusha-Fahrer...
Letzte Linkskurve, noch 1,5 km
Er hat das Hinterrad von Gilbert verloren...
Sein Team kontrolliert das Geschehen, der Zug ist perfekt aufgereiht. An Cavendishs Hinterrad klebt Petacchi...
Monfort führt jetzt das Feld für Leopard-Trek an, daneben fährt immer noch der Zug von HTC.
Drei Fahrer von Sky und drei von Europcar sind vorne in der zweiten Gruppe.
Gilbert ist an die Spitze gestoßen und ein Fahrer von Omega Pharma liegt genau vor ihm rechts vom HTC-Zug. Diese Gruppe führt jetzt 2’00" vor der zweiten Hauptgruppe.
Schwarzer Tag für Leipheimer, der stürzt und jetzt auch noch anhalten muss, um sein Rad zu wechseln...
Das gesamte Team ist vorne im Peloton. Der Zug fährt über die linke Seite, und jetzt zieht Movistar rechts nach vorne.
1’40" liegen zwischen den beiden Gruppen; in der zweiten Gruppe befinden sich Thomas und Boasson Hagen (SKY) sowie auch Farrar (GRM)...
Die zweite Hauptgruppe schafft es nicht, zur ersten aufzuschließen. Eine Etappe, nach der keine großen Veränderungen in den Wertungen zu erwarten waren, wird alles durcheinander würfeln...
Der Ausreißversuch ist knapp 11 km vor dem Ziel beendet.
Die Hoffnung schwindet, von hinten fliegt die erste Hauptgruppe heran. Bis zum Ziel sind es noch 12 km.
Im zweiten Peloton stecken eine ganze Reihe von Anwärtern auf die Podiumsplätze und Sprintspezialisten fest. Leopard-Trek und HTC führen die Gruppe um das Gelbe Trikot an. Sie liegen 1’35" vor der Gruppe um Boasson Hagen.
Etwa 50 Fahrer haben einen Rückstand von 1’53" auf die Rennspitze (d.h. 1’23" zwischen den beiden großen Gruppen). In der zweiten Gruppe befinden sich Mollema, Leipheimer, Boasson Hagen...
Das Tempo stimmt nicht mehr. Zuerst versucht Delage, sich von den anderen abzusetzen - ohne Erfolg. Jetzt versucht Meersman sein Glück. Das Peloton ist ihnen auf den den Fersen: Nur noch 22’’.
1. Delage, 20 pts 2. Meersman, 17 3. Talabardon, 15 4. Urtasu Perez, 13 … 1’05’’ 5. Cavendish, 11 6. Rojas, 10 7. Renshaw, 9 8. Gilbert, 8 9. Monfort, 7 10. Gerdemann, 6 11. T.Martin, 5 12. F.Schleck, 4 13. Burghardt, 3 14. Gutierrez, 2 15. Cancellara, 1
Das sind die Abstände zwischen den Ausreißern und der ersten (mit dem Gelben und dem Grünen Trikot) bzw. der zweiten Verfolgergruppe (mit dem Weißen Trikot).
1. Delage (FDJ) 20 Pkte 2. Meersman (FDJ) 17 Pkte 3. Talabardon (SAU) 15 Pkte 4. Urtasun (EUS) 13 Pkte 5. Cavendish (THR) 11 Pkte – 1’02” zurück 6. Rojas (MOV) 10 Pkte
Noch liegen 20 km vor den Ausreißern, ihr Polster auf die Gruppe um Hushovd ist auf weniger als 30’’ gesunken.
Die beiden französischen Sturzopfer von km 180 sind wieder in der ersten Hauptgruppe.
Die vier Ausreißer haben ein Polster von 1’25" auf das Hauptpeloton, aber die zweite Gruppe mit Hesjedal, Flecha, Boasson Hagen, Knees, Thomas, Hoogerland, Hivert und anderen liegt 2’33" zurück.
Die Fahrer, die in den Sturz verwickelt waren - darunter Winokurow (AST), Vichot (FDJ), Boasson Hagen (SKY) - liegen 20" hinter der Gruppe mit dem Gelben Trikot zurück.
Mehr Infos zu den verletzten Fahrern folgen. Garmin und HTC leisten immer noch die Nachführarbeit in der 60-köpfigen Gruppe, die 2’00" hinter den Ausreißern zurückliegt, die ihrerseits 5 km vom Zwischensprint entfernt sind.
Radio Tour meldet, dass Bradley Wiggins aufgibt. In der Gesamtwertung belegte er Rang 6, liegt nach seinem Sturz bei km 180 jetzt aber im Krankenwagen.
Der Krankenwagen wartet auf Wiggins, der wohl nicht weiterfahren wird...
Der Sturz bei km 180 hat das Peloton komplett auseinander gerissen. In der ersten Gruppe fährt das Gelbe Trikot mit etwa 60 Fahrern. Einen Zeitabstand gibt es noch nicht...
Der Kapitän vom Team Sky wartet immer noch. Er hält sich den linken Arm. Noch ist unklar, was ihn aufhält.
Für den Sechstplatzierten der Gesamtwertung sieht es nicht gut aus. Sein linker Arm wird versorgt, und er ist immer noch nicht wieder losgefahren.
Der gestrige Etappensieger ist auch betroffen. Er wartet, um sich nach Wiggins zu erkundigen, dessen Schlüsselbein von Teamleiter und Rennarzt untersucht wird.
Farrar ist auch vom Sturz betroffen, kann aber weiterfahren.
Es gibt einen weiteren Sturz, und dieses Mal handelt es sich um einen großen, der viele Fahrer aufhält. Wiggins, Uran und viele weitere sind betroffen.
Auf die Frage, wann wir einen Katusha-Fahrer an der Spitze des Feldes sehen werden, entgegnet Bart Leysen mit einem Lachen: “An der Spitze?! Nein, einfach nur in aussichtsreicher Position. Man sieht, dass Garmin und HTC bereit sind, das Tempo zu machen, also werden wir das ausnutzen. Wir wollen, dass unsere Jungs Galimzyanow nach vorne bringen, aber nicht in den Wind, sondern erst beim Sprint. Wir müssen nicht im Wind fahren, sondern werden den anderen bis zum Finale folgen.”
Nach dem Sturz bei km 167 ist Kreuziger (AST) zurück im Hauptfeld.
Die gestürzten Fahrer kämpfen sich nur schwer wieder an das Feld heran, da das Peloton sein Tempo verschärft hat und jetzt 46-48 km/h an den Tag legt. Gallopin muss erneut anhalten, um mechanische Unterstützung zu kriegen, kann aber weiterfahren.
Die Ausreißer liegen 2’30" vor dem Peloton.
Gallopin, Popowitsch, Zubeldia und Kreuziger fahren erneu. Drei - Popowitsch, Gallopin und Kreuziger sind hinter dem Begleitwagen von RadioShack...
Es hat etwas gedauert, bis das neue Rad von Kreuziger bereitsteht, aber jetzt ist er wieder unterwegs - allerdings auf sich alleine gestellt.
Verwickelt sind Popowitsch, Zubeldia, Kreuziger und Gallopin.
“Ich denke, dass sich für Galimzyanow die Chance bietet, allen zu zeigen, wie gut er seinen Job lernt,” so der sportliche Leiter von Katusha, Bart Leysen, im Interview gegenüber letour.fr. “Auf den ersten paar Etappen war er etwas aufgeregt, allerdings musste er sich ja auch erst einmal zurechtfinden. Er lernt an jedem Tag und in jedem Sprint dazu. Er ist gut, und wir werden versuchen, ein gutes Finale für ihn vorzubereiten. Wir werden alle Jungs auffordern – sogar Karpets – ihn zur Zielmarkierung zu führen. Er weiß, dass es vor dem ersten Ruhetag die letzte Sprintchance ist, und er könnte ein tolles Ergebnis abliefern.”
Danny Pate legt an der Spitze des Feldes ein Tempo von rund 36 km/h vor. Sein Leistungsspiegel weist mehr als 300 Watt aus. Der Abstand zu Meersman, Delage, Talabardon und Urtasun ist wieder auf 2’35" gesunken.
Romain Feillu belegte Rang zwei auf der 3. Etappe und Rang vier auf der 6. Etapppe. Sein Teammanager, Hilaire van der Schuren, sagt gerade im Gespräch mit France Télévisions, dass der Sprinter von Vacansoleil eine 55er Übersetzung gewählt hat.
Bei der heutigen Umfrage auf letour.fr geht es darum, ob Mark Cavendish abermals einen Etappensieg in Chateauroux einfahren wird. Inzwischen haben mehr als 3.500 Mensch ihre Stimme abgegeben und 70 Prozent glauben, dass er heute den Tagessieg feiern wird. Stimmen auch Sie ab.
Nach viereinhalb Stunden beträgt das Verfolgungstempo des Hauptfeldes etwa 33 km/h. Das Peloton liegt inzwischen wieder 3’35" hinter den Ausreißern zurück.
In den letzten zehn Minuten haben HTC-Fahrer mehr als sechs an der Spitze des Feldes verbracht, Garmin drei.
Der heutige Zielstrich ist etwa 100 Meter von den üblichen Zielmarkierungen der in Chateauroux endenden Rennen entfernt. Die Organisatoren haben den Strich vor dem Haus von Marcel Dussault in der Avenue de la Châtre 348 angebracht. Der Franzose gewann in seiner 14-jährigen aktiven Zeit ab 1947 drei Etappen der Tour.
Bei km 148 schrumpft das Zeitpolster der Ausreißer auf 2’55".
Im Vergleich zu allen anderen bisherigen Etappen gibt es einen Unterschied (ausgenommen Teamzeitfahren bei der 2. Etappe): Rein Taaramae (COF) hat noch keine Reifenpanne gehabt... bislang musste der Este auf jeder Etappe mindestens einen Plattfuß beklagen. Dennoch gab es heute schon einige Reifenpannen, und Maxime Bouet ist der letzte Fahrer, der von seinem Begleitfahrzeug einen neuen Reifen erhält.
Garmin-Cervélo und HTC-Highroad wechseln sich ab, um das Tempo des Hauptfeldes anzukurbeln.
In der vierten Rennstunde haben die Führenden lediglich 33,1 km zurückgelegt, was einem Durchschnittstempo von 36,4 km/h seit Etappenbeginn entspricht.
Im hinteren Teil des Feldes ereignet sich ein Sturz. Von den betroffenen Fahrern bricht Voeckler als letzter wieder auf. Anscheinend sind alle mit dem Schrecken davongekommen...
Die vier Ausreißer teilen sich die Arbeit gut auf. Das Peloton legt eine Schippe drauf, aber die Spitzengruppe erhöht ihrerseits auch die Schlagzahl.
Sylvain Chavanel ist vorhin vom medizinischen Begleitfahrzeug versorgt worden. Der Arzt, Pascal Rivat, äußert sich zu dem Befinden des französischen Meisters: "Es geht ihm vergleichsweise gut, er wollte eine Abkühlung für seine Schulter haben. Er meinte, das würde ihm gut tun. Er laboriert an einer ziemlich schmerzhaften Verletzung, allerdings ist er ein zäher Bursche. Er ist mit einem Lächeln weitergefahren".
Nach einer kurzen Verschnaufpause mitten im Peloton kehrt Danny Pate (THR) an die Spitze zurück. Seine Wattzahl erreicht wieder 300, während sie vorhin bei 200 lag, als er dem Hinterrad seines Teamkollegen Lars Bak folgte.
Der Live-Drehzahlmesser zeigt uns, dass die Fahrer im Hauptfeld mit etwa 20km/h einen kleinen Hügel bei km 134 erklimmen. Das Peloton liegt 4’30" hinter den vier Ausreißern.
Die Tour-Organisatoren sehen bei der Etappenplanung drei Zeitpläne vor. Das liegt am Gelände, und berechnet sich für die 7. Etappe anhand von Durchschnittsgeschwindigkeiten von 45, 43 und 41 km/h. Gemäß der langsamsten Variante hätte das Feld um 15h30 in Montrichard sein sollen, allerdings haben die Fahrer die Stadt gerade erst verlassen. In dem Tempo wird man Chateauroux erst nach 18 Uhr erreichen... mehr als eine halbe Stunde später, als der Zeitplan es vorsieht.
Nach dem Sturz sitzt Uran (SKY) wieder im Sattel und jagt mit Zeits (AST), der ebenfalls zu Fall kam, dem Feld hinterher.
Soeben ist das Feld in Montrichard eingetroffen. Die Abfahrt dorthin ließ das Tempo auf 60 km/h steigen. Drei BMC-Fahrer sind an der Spitze, während Uran (SKY) in einer Linkskurve in der Stadt zu Fall kommt.
Die fünf Wildcard-Teams der Tour 2011 haben sicherlich die Erwartungen der Organisatoren erfüllt, indem sie auf den ersten Etappen für sehr viel Abwechslung gesorgt haben. Hier ein Überblick der Fahrer aus diesen Teams, die in mindestens einer Ausreißergruppe vertreten waren. Cofidis: Duque und Valentin; Vacansoleil: Hoogerland und Westra; FDJ: Roy, Delage, Meersman und Roux; Europcar: Quemeneur, Turgot und Voeckler; Saur-Sojasun: Talabardon und Delaplace;
Bei km 122 nähert sich das Hauptfeld dem Quartett um Meersman bis auf 4’20’’.
Danny Pate (THR) teilt sich die Nachführarbeit an der Spitze des Feldes mit Navardauskas (GRM). Es besteht die Möglichkeit, mehrere Fahrer im Feld auf einer Website der Hersteller der von ihnen verwendeten Drehzahlmesser zu verfolgen. Jetzt sieht man, dass Pate hinter das Feld zurückfällt, was darauf schließen lässt, dass er Trinkflaschen für seine Kollegen entgegennimmt. Sein Leistungsoutput lag bei rund 350W, als er an der Spitze fuhr. Das liegt daran, dass er gegen den Wind ankämpfen musste. Andere Fahrer mit Drehzahlmesser kommen auf etwa 200W (in der Mitte des Pelotons).
Das Spitzenquartett ist 100km von Chateauroux entfernt. Indes hat das Peloton die Verpflegungszone ohne Zwischenfälle gemeistert.
Julian Dean hat gerade eine Reifenpanne erlitten, schließt aber wieder zum Feld auf, das gerade die Versorgungszone erreicht. Die Abstandsmessung bei km 114 ergibt 5’30".
Soeben haben die Ausreißer ihr Proviant in Chaumont-sur-Loire in Empfang genommen. Es handelt sich um die 114-km-Marke der 218 km langen Etappe. Ihr Zeitpolster auf das Hauptfeld beträgt 5’25".
In der dritten Rennstunde haben die Führenden 35,5 Kilometer zurückgelegt, was einem Durchschnittstempo von 37,5 km/h seit Etappenbeginn entspricht.
Im Gespräch mit den Jungreportern der Tour gibt der frühere italienische Sprinter und Sieger in Châteauroux 1998 seinen Tipp zum Ausgang der Etappe ab: „Ich sehe Cavendish vorne, seine Mannschaft ist gut drauf. Dann sehe ich auch noch Farrar, und hoffentlich Galimzyanow für das Team. Cavendish ist sicher der Stärkste, er besitzt die Qualität, und sein Team ist hochkonzentriert. Was Petacchi angeht, denke ich, dass er ein großer Champion auf Formsuche ist. Ich hoffe, dass er versucht, sich am Sprint zu beteiligen.“
Während die Fahrer nach der 6. Etappe die Kälte und den Regen monierten ,ist es heute relativ warm. Trotzdem entscheidet sich einer der Ausreißer, Mickael Delage (FDJ), für Armwärmer. Die Sonne scheint wieder...
Der maximale Vorsprung der Ausreißer betrug 8’10" bei km 75. Das Peloton liegt nun 5’10" hinter den vier Fahrern, die auf dem ersten Kilometer attackierten.
Im Gespräch mit letour.fr nennt der neuseeländische HTC-Fahrer Hayden Roulston seine Favoriten für den heutigen Tag: "Cav wird gewinnen, dann folgen Greipel und Farrar." Der Kiwi wurde Zweiter hinter Brad Wiggins in der Einzelverfolgung der Olympischen Spiele 2008. Er betsritt die Tour 2009 mit dem Cervélo TestTeam. Er ist amtierender nationaler Straßenmeister.
Unverändertes Bild: Garmin und HTC bestimmen das Tempo im Feld. Ramunas Navardauskas und Danny Pate wechseln sich an der Spitze ab und verkürzen den Abstand zu den Ausreißern auf 5’50". Regen hat eingesetzt, allerdings besteht kein Vergleich zu den sintflutartigen Regenfällen des gestrigen Tages.
Bei km 90 der heutigen Etappe verlässt Tom Boonen (QST) die Tour de France. Jetzt gibt es sechs Teams mit acht Fahrern im Rennen.
Steht das Tour-Aus für Tom Boonen bevor? Ja, der Gewinner des Grünen Trikots von 2007 wird die restliche Etappe im Quickstep-Teamwagen verbringen.
Das Peloton wird immer noch von Garmin und HTC angeführt. Vorne scherzen Goss (HTC) und Hushovd (GRM). Ihre Gruppe ist wieder bis auf 6’15" an die Ausreißer herangekommen.
Der zweifache Gewinner der Tour de France siegte 1969 als 21-Jähriger in Chateauroux bei der 8. Etappe der Tour de l’Avenir. Im darauf folgenden Jahr wurde er Profi.
Die Zeitmessung ergibt eine Vorsprung von 7’45’’ zu Gunsten der Spitzengruppe mit Talabardon (SAUR), Delage, Meersman (FDJ) und Urtasun Perez (EUS).
Talabardon (SAUR), Delage, Meersman (FDJ) und Urtasun Perez (EUS) ziehen wieder etwas davon, wrend der Großteil der Nachführarbeit immer noch an Garmin-Cervélo hängen bleibt...
Wieviel Freiheit lässt man den Ausreißern, bevor Sie Ihre Fahrer nach vorne beordern? Eine Frage, die Allan Peiper auch im Gespräch mit letour.fr beantwortet. “Uns erwartet wieder den ganzen Tag Gegenwind, anfangs 10 km/h und dann anscheinend rund 30 km/h zum Schluss, allerdings ändert sich vermutlich die Windrichtung im Laufe des Tages. Vielleicht haben wir beim Zieleinlauf in Chateauroux Rückenwind. Man muss abwarten, wie viele Fahrer sich absetzen, bevor vie Verfolgung beginnt… Garmin schien gestern widerwillig, die Nachführarbeit zu leisten, und ich weiß nicht, ob unser Team sich zu früh einspannen lassen sollte." Garmin ist seit Beginn vorne, und HTC-Fahrer arbeiten seit rund 25 Minuten mit dem anderen US-Team zusammen.
Im Gespräch mit letour.fr erläutert der sportliche Leiter von HTC-Highroad die heutige Strategie: „Heute setzen wir alles auf Cavendish. Das ist eine der drei echten Flachetappen der Tour de France, also werden wir alles dafür tun, dass es zu einer Sprintankunft kommt. Das haben wir gestern für ‘Gossie’ getan, und heute wiederholen wir es für Cavendish. Uns erwartet einmal mehr ein hektisches Rennen mit ganztägigem Seitenwind, und vielleicht auch noch beim Finale in Châteauroux. Vielleicht zögert Garmin-Cervélo, alleine die Nachführarbeit zu leisten, also müssen wir vielleicht ziemlich früh mobil machen. ‘Cav’ sorgt sich nie wegen der anderen Fahrer. Das Rennen ist immer anders und hängt davon ab, welche Mannschaft das Peloton anführt und wie die einzelnen Fahrer positioniert sind. Und er ist polyvalent genug, um sich der Lage anzupassen. Tief in seinem Innern weiß er, dass er bei einem gut aufgebauten Zug niemanden zu fürchten braucht. Indes müssen wir heute den Zwischensprint opfern. Der kommt zu spät, und wir wollen heute wirklich den Etappensieg. Bei einem solchen Tag konzentrieren wir uns voll auf das Finale, ‘Cav’ darf sich nicht ablenken lassen.“
In der zweiten Rennstunde haben die Fahrer 38,9 km zurückgelegt, was einem Durchschnittstempo von 38,4 km/h seit Etappenbeginn entspricht.
Von den vier Ausreißer hat bislang keiner einen Tour-Etappensieg vorzuweisen.
Gilbert (OLO) führt derzeit in der Punktwertung, hat aber die Teamorder bekommen, für seinen deutschen Sprinterteamkollegen André Greipel zu arbeiten...
Yannick Talabardon feiert sein Tourdebüt. Sein Bruder Sébastien bestritt die Tour de France bereits vor zehn Jahren im Trikot von Big-Mat Auber (Rang 126 in der Gesamtwertung mit bester Platzierung auf Rang 10 in Verdun, als Laurent Jalabert den Tagessieg feierte).
Der gestrige Tagesvierte, Romain Feillu (VCD), belegte bei den letzten beiden Ausgaben des von der heutigen Zielstadt organisierten Rennens, des Chateauroux Classic de l’Indre, den zweiten Platz. Der Sieger hieß 2009 Jimmy Casper (der die Tour in diesem Jahr nicht bestreitet) und in 2010 Anthony Ravard, der ebenfalls nicht bei der Tour verterten ist.
Im Gespräch mit letour.fr bewertet der sportliche Leiter von Movistar die vorgestrige Deklassierung und den Punktabzug von Jose Joaquin Rojas, der jetzt im Kampf um das Grüne Trikot einen Zähler hinter Philippe Gilbert rangiert: „Ich respektiere die Entscheidungen der Juroren, es gibt ein Regelwerk, das eingehalten werden muss. Manchmal wünscht man sich aber, dass sie erst mit den Fahrern reden, bevor sie Sanktionen verhängen. Jetzt hat Rojas die Punkte verloren, an einem anderen Tag wird ein anderer Fahrer welche verlieren, so ist das Rennen. Jedenfalls hat ihn dieser Vorfall nicht gestört, auch nicht der Kontakt mit Petacchi. Ich denke, dass sich alles im Rahmen einer Sprintankunft bewegt hat, mit einem hektischen und bewegten Finale. Er bleibt motiviert und wird den Kopf nicht hängen lassen, doch wissen wir, dass mindestens drei oder vier Fahrer das gleiche Ziel verfolgen.“
Die Formation von Garmin ist zwar immer noch an der Spitze des Pelotons vertreten (6’40" hinter den Ausreißern zurück), aber dahinter folgen unmittelbar HTC und Omega Pharma-Lotto. Den bislang größten Vosprung verbuchten die Ausreißer bei km 46 mit 7’20". Derzeit hat das Quartett um Meersman ein Polster von 6’35".
"Bei einigen harten Schlussstücken und längeren Etappen verspekulieren sich manche Teams," so Cadel Evans. "Man weiß nie, was bei einem derartigen Finnish passieren kann. Aber das Klassement sieht momentan sicherlich gut aus. Alle im Team sind gesund und fahren richtig gut. Wir können uns auf die Berge freuen, müssen aber noch einige Tage sicher überstehen, bevor wir dort ankommen." Wegen seiner Platzierung in der Gesamtwertung und der steigenden Zielankunft von morgen in Super-Besse werden Evans große Chancen eingeräumt, der dritte Fahrer in Gelb bei der diesjährigen Tour zu werden. Bereits 2008 und 2010 hatte er das Vergnügen.
"Das ist meine siebte Tour und das war das nasseste Wetter, das ich bislang erlebt habe," so der Weltmeister von 2009 nach der Ankunft in Lisieux. "Und ausgerechnet am längsten Tag, das machte die Sache nicht unbedingt leichter." Den Sprint beendete er auf Position 12.
Einer der heutigen Ausreißer ist Mickael Delage (FDJ). Er ist Wiederholungstäter, da er sich schon auf der 3. Etappe einer Gruppe anschloss, die aber 9 km vor dem Ziel gestellt wurde. Der Franzose belegt Rang 82 im Generalklassement 6’14" hinter Hushovd.
Pablo Urtasun ist der heutige Euskaltel-Fahrer in der Ausreißerguppe. Nach sechs Etappen belegt er Rang 185 von 193 Fahrern (26’49" hinter Hushovd). Der 31-Jährige hat bisher eine große Rundfahrt absolviert - die Vuelta, bei der er Platz 101 in der Endabrechnung belegte.
Chateauroux ist der Ort, an dem Mark Cavendish seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France feierte. Sein Team HTC will heute alles für den Sprinter geben, und unsere Umfrage auf letour.fr ist ihm gewidmet: Wird Mark Cavendish wieder in Châteauroux gewinnen? Bei mittlerweile 1.000 abgegebenen Stimmen sagen 70 Prozent, dass er es schaffen kann. Vergessen Sie nicht, Ihre Stimme abzugeben.
Das Team des Spitzenreiters der Gesamtwertung leistet wiederum größtenteils die Führungsarbeit und verschärft anscheinend das Tempo, da der Rückstand von 7’20" auf 6’55" sinkt. Die Straßen sind trocken, und wieder lacht die Sonne über der Tour...
Der Rückstand auf die vier Ausreißer beträgt 7’20’’.
“Lampre hat bislang noch keine Etappe gewonnen und wird sich daher vielleicht stärker einbringen, mal abwarten," so Yates. "Garmin leistet seit einigen Tagen die Führungsarbeit und schützt das Trikot. Wir werden sehen, ob sie so weitermachen, oder ob Lampre fährt und wie gestern einen in der Ausreißergruppe unterbringt. Vielleicht wird Omega Pharma-Lotto auch für Greipel fahren… es gibt mehrere denkbare Optionen, jedenfalls steht uns wieder ein hektischer Tag bevor, mit Gegen- und Seitenwind sowie Wetterkapriolen. Wir sind sicher nicht darauf aus, Tempo zu fahren und Ausreißer einzufangen, sondern werden unsere Ohren aufsperren.”
Die Zeitung La Nouvelle République verweist auf die Tatsache, dass die beiden Tour-Etappensieger von Châteauroux die gleichen Initialen haben: MC, wie bei Mario Cipollini (1998) und bei Mark Cavendish (2008). Der heutige Favorit wird mit folgenden Worten zitiert: «Der Sieg in Châteauroux war etwas ganz Besonderes. Dort habe ich meinen allerersten Tour-Etappensieg gefeiert, das ist eine Wahnsinnserinnerung. Ich würde diesen Erfolg gerne wiederholen. Ich weiß noch ganz genau, was ich beim Überqueren der Ziellinie gespürt habe. Ein Gefühl der Vollendung. Châteauroux hat in meinem Herzen einen besonderen Platz.»
Im Gespräch mit letour.fr geht Direktor Yates (SKY) auch auf die Frage ein, ob man Edvald jetzt eine Chance auf das Grüne Trikot einräumen möchte, oder ob der Schwerpunkt immer noch auf dem Gelben Trikot für Brad liegt. “Natürlich gab es die beste Chance auf das Gelbe Trikot nach dem Teamzeitfahren, doch da sind wir knapp gescheitert. Ohne Zeitgutschriften ist es schwer, in der ersten Rennwoche die Rangfolge der Gesamtwertung zu verändern, außer das Peloton bricht irgendwo auseinander. Das ist machbar, könnte sich aber schon morgen ändern, da Cadel nach einer Rennwoche immer noch vor Edvald liegt.” In Bezug auf den heutigen Sprint äußert sich Yates auch zur möglichen Rolle von Swift und Boasson Hagen: “Noch haben wir uns nicht festgelegt. Nach dem gestrigen Erfolg sind wir nicht so sehr auf den Tagessieg aus. Wir wollen Brad heute aus den Problemen raushalten, doch werden wir darüber reden, wenn sich das Rennen entwickelt. Wir haben jetzt schon etwas auf der Habenseite – wir sind in einer guten Situation, nachdem wir eines unserer Ziele bereits erfüllen konnten, und müssen einfach die Ruhe bewahren."
Inzwischen liegt das Hauptfeld bei km 37 7’ hinter Talabardon (SAUR), Delage, Meersman (FDJ) und Urtasun Perez (EUS) zurück.
Und der Vollständigkeit halber: Der frühere Gefährte von Contador, Paolo Tiralongo (AST), feiert ebenfalls Geburtstag. Tiralongo gewann eine Etappe beim letzten Giro d’Italia in Macugnaga vor seinem früheren Teamkollegen und dem letztlichen Gesamtsieger Contador.
Das Durchschnittstempo der ersten Rennstunde beträgt 39,7 km/h.
Das Team Saxo Bank-SunGard hat ebenfalls ein Geburtstagskind in seinen Reihen: Daniel Navarro , der Kollege von Alberto Contador, wird heute 28.
Der nach 35 km virtuelle Spitzenreiter der Tour de France heißt Gianni Meersman. Der Belgier feiert sein Tourdebüt, hat aber vorher schon einmal die spanische Vuelta bestritten (2010, Rang 98). Wenn man seine Junibilanz heranzieht, ist der 25-Jährige in guter Verfassung: Platz drei bei Brussel-Ingooigem am 22. Juni und vier Tage später Vize-Landesmeister (zwei Sekunden hinter Philippe Gilbert).
Obschon sich einige Fahrer mit Regenjacken versorgen, bleibt es entgegen erster Vermutungen trocken. Allerdings legen einige Fahrer eine Toilettenpause ein, was erklärt, warum die Ausreißer bereits so früh ein so großes Zeitpolster aufbauen konnten.
Weil das Peloton 6’35" hinter dem Quartett um Meersman zurückliegt, fährt der belgische FDJ-Akteur derzeit virtuell im Gelben Trikot der Tour de France.
Einige Fahrer lassen sich hinter das Feld zurückfallen, was die Vermutung nahelegt, dass der Regen wieder einsetzt. Heute früh gab es einige Tropfen, aber im Zielbereich von Chateauroux ist es sonnig, trocken und warm.
Das Peloton verbucht einen Rückstand von 6’35’’ auf Talabardon (SAUR), Delage, Meersman (FDJ) und Urtasun Perez (EUS).
Die Zeitung Le Parisien-Aujourd’hui en France, die täglich fünf Seiten der Tour widmet, veröffentlicht ein Gespräch mit Ivan Basso, der nach sechs Etappen Bilanz zieht. „Ich fühle mich eher gut, aber das hat nicht viel zu bedeuten. Ich bin erfahren genug, um keine voreiligen Schlüsse nach einer ersten Tourwoche zu ziehen. Zum Beispiel bringt es nichts, wenn ich mir sage, dass ich beim Anstieg von Mûr-de-Bretagne gar nicht mal so schlecht war. Das waren nur 800 m, und damit zu kurz. Ich kann nur sagen, dass meine großen Ambitionen 2011 der Tour gelten. Um auf das Schlusspodium zu klettern, brauche ich mindestens drei oder vier Supertage. Das ist der Preis, den man zahlen muss.“
Bei km 22 beträgt der Rückstand des Hauptfeldes immer noch 6’25’’.
Der gestrige Leidengenosse von Chavanel, Vincent Jérôme, wird ebenfalls in L’Equipe porträtiert. Der Fahrer von Europcar, der in der Gesamtwertung die Rote Laterne innehat (mit über 46’ Rückstand auf Hushovd) leidet seinerseits an einer Knieverletzung. Der letzte Platz bei einer großen Rundfahrt ist für ihn nichts Neues, bei der Vuelta 2007 war es nicht anders. Nach einem Sonnenstich am ersten Renntag hatte er mehr als sieben Minuten verloren und war da schon auf den letzten Platz zurückgefallen. „Das war allerdings nicht so dramatisch wie hier. In Spanien ging es mir zwei Tage lang richtig schlecht, danach lief wieder alles in geordneten Bahnen und ich konnte das Rennen beenden (auf Platz 116). Hier kann ich die Etappen nur mit Mühe bis zum Schluss durchfahren. Das ist viel schwieriger.“
Talabardon (SAUR), Delage, Meersman (FDJ) un Urtasun Perez (EUS) liegen inzwischen 6’25’’ vor dem Peloton, das von Garin-Cervélo angeführt wird.
Im Gespräch mit letour.fr äußert sich Sean Yates vom Team Sky zum gestrigen Etappensieg und zur Form anderer Fahrer aus seiner Mannschaft an den ersten sechs Renntagen. Auf die Bemerkung, Geraint Thomas werde von Tag zu Tag besser, nickt der sportliche Leiter zustimmend: “Ja, nicht nur auf jeder Etappe, sondern auch bei jedem Rennen. Er kriegt allmählich den Ruf des Mannes, dessen Hinterrad man wählen muss, um an den Sprint herangeführt zu werden. Er ist zur rechten Zeit am rechten Ort und mit seinem Sprinter am Hinterrad – das war schon bei Paris-Nizza zu sehen, oder bei der Australien-Rundfahrt… und auch im letzten Jahr hat er bei der Tour gut abgeschnitten.”
Der Mechaniker vom Team Europcar verwendete Ausrüstung außerhalb des Begleitwagens auf der 6. Etappe, was das französische Team 1.000 Schweizer Franken kostet. Doch das war nur eines der von der UCI auf der Etappe nach Lisieux verhängten Bußgelder. Hier die anderen:
200 Franken für Omega Pharma-Lotto (weil Gilbert die Anweisungen der Rennkommissare missachtet hat); 200 Franken für Leopard-Trek (weil der sportliche Leiter Torsten Schmidt die Anweisungen der Rennkommissare missachtet hat); 100 Franken jeweils für Andriy Grivko (AST) und Alexander Kolobnew (KAT) wegen Urinierens in der Öffentlichkeit; 30 Franken jeweils für Lars Bak (THR) und Wladimir Gusew (KAT) für das Wegwerfen von Trinkflaschen.
Bei km 13 verbucht das Peloton einen Rückstand von 6’20" behind auf das Quartett Meersman/Delage/Urtasun/Talabardon.
Auf der gestrigen Etappe hat Vasil Kiryienka in der Verpflegungszone abreißen lassen. Der Weißrusse beendete die Etappe mit einem Rückstand von 27’55’’ auf Edvald Boasson Hagen, also außerhalb des für die Zielankunft in Lisieux vorgesehenen Zeitlimits. Damit ist das Team Movistar die fünfte Formation, die einen Fahrer verliert.
Der Gewinner der Jungprofiwertung von 1979, Jean-René Bernaudeau, feiert heute seinen 55. Geburtstag. Er ist der Manager des Teams Europcar, das über den derzeit besten Franzosen im Feld verfügt: Cyril Gautier (Rang 19 der Gesamtwertung).
Von den vier Ausreißern ist Gianni Meersman in der Gesamtwertung am besten klassiert. Der belgische Vize-Landesmeister (am Sonntag vor dem Tourstart) fährt für das Team FDJ und liegt im Generalklassement auf Rang 56, 3’22" hinter Hushovd.
Bei der 10-km-Marke verbuchen die Ausreißer bereits einen Vorsprung von über 5’.
Talabardon hat wieder zur Ausreißergruppe aufschließen können.
Sehr weit hinter dem norwegischen Duo hat Sylvain Chavanel sein Trikot des französischen Landesmeisters in der letzten gezeiteten Gruppe mit einem Rückstand von 12’36’’ auf die Siegerzeit in Lisieux ins Ziel gebracht. L’Equipe geht auf seinen rabenschwarzen Tag ein. Chavanel laboriert an einer ausgekugelten Schulter: «‘Wenn Davide Bramati nicht da gewesen wäre, würde ich heute Abend zu Hause sitzen. Ich war bereits vom Rad gestiegen, und man musste mich überzeugen, im Sattel zu bleiben’. Kurz zuvor hatte er noch attackiert, mutig und furchtlos wie immer. ‘Das waren wohl die entzündungshemmenden Mittel. Und als ich begonnen habe, aus dem Sattel zu gehen und hin und her zu schwenken, hat es in meiner Schulter geknackt. Danach wurde es immer schlimmer’. Gestern Abend wollte er keine Prognose treffen. ‘Ich trage das Trikot des Landesmeisters, und das verpflichtet bei der Tour noch mehr. Allerdings will ich mir nichts vormachen und mich von einem Tag zum nächsten quälen. Das ist nicht meine Art.’»
Der Initiator der Ausreißergruppe fällt leicht zurück. Mittlerweile sitzt er wieder im Sattel und fährt etwa 15’’ hinter seinen Gefährten. Das Peloton liegt bei km 6 3’40’’ zurück.
Vacansoleil glänzt! Man gibt sich nicht nur mit zwei Ausreißern (Lieuwe Westra und Johnny Hoogerland) und dem Bergtrikot zufrieden, sondern die niederländische Formation gewinnt die Tages-Teamwertung der 6. Etappe dank Romain Feillu (4.), Marco Marcato (9.) und Borut Bozic (17.). Die am Vortag zweitplatzierte Mannschaft von FDJ bringt zwei Fahrer in die Top 10, Arthur Vichot (6.) und Arnold Jeannesson (10.), aber es fehlt ein dritter in der erster Gruppe von 62 Fahrern. Nur 12 der 22 Teams haben mindestens drei Fahrer in der Siegerzeit, darunter auch die fünf, die bereits an der Spitze der unveränderten Team-Gesamtwertung liegen: Garmin-Cervélo führt weiterhin mit zwei Sekunden Vorsprung auf Sky, vier auf Leopard-Trek, zehn auf RadioShack und 13 auf HTC-Highroad.
Vor dem Start hat ein Regenschauer das Peloton erwischt, doch hat der Himmel seine Schleusen vorübergehend wieder geschlossen. Der Himmel bleibt aber bedrohlich, die Straßen sind nass. Die Temperatur beträgt 18,5 Grad.
Die Sportzeitung L’Equipe lobt die Leistungen der Norweger bei der Tour, von denen besonders zwei in Lisieux glänzen konnten, der eine, weil er sein Gelbes Trikot verteidigte (Thor Hushovd), und der andere wegen seines ersten Etappensieges. Die Sportzeitung weist darauf hin, dass der Fahrer vom Team Sky der vierte Norweger ist, der eine Touretappe gewinnt, nach Thor Hushovd (8 Siege, davon der erste 2002), Kurt-Asle Arvesen (2008) und Dag-Otto Lauritzen (1987).
Bei km 4 verbucht das Quartett bereits ein Zeitpolster von 2’15’’.
Talabardon (SAUR), Delage, Meersman (FDJ) und Urtasun Perez (EUS) verbuchen bereits einen Vorsprung von 1’10’’ auf das Peloton.
Talabardon (SAUR), Delage und Meersman (FDJ) bekommen Verstärkung durch Urtasun Perez (EUS).
Obschon er die gestrige Etappe gewann, bleibt Edvald Boasson Hagen in der gleichen Zeit klassiert wie Geraint Thomas, der beste Jungprofi auf Platz sieben der Gesamtwertung (12’’ hinter Hushovd). Ausgerechnet er half dem Norweger gestern auf dem letzten Kilometer, als er ihn zu seinem ersten Etappensieg leitete.
Schon bei km 1 löst sich ein Trio vom Feld. Der Vorsprung beträgt schnell 5’’, und ein weiterer Fahrer versucht aufzuschließen.
Das Feld hat die Null-Kilometer-Marke um 12h22 passiert. 194 Fahrer am Start. Keine Abmeldung.
Johnny Hoogerland hatte die Bergwertung zu seinem Hauptziel erklärt, als er sich gestern der Ausreißergruppe anschloss. Beim ersten Anstieg setzte er sich durch, beim zweiten hatte Anthony Roux die Nase vorne. Anschließend profitierte Hoogerland von der Attacke seines Kollegen Lieuwe Westra, der den letzten Punkt auf dem Weg nach Lisieux einheimste, was die Bedrohung durch den Franzosen zunichte machte. Hoogerland trägt das Bergtrikot auch weiterhin, wenn er die Etappe beendet, weil heute kein Zähler in dieser Wertung verteilt wird.
Philippe Gilbert, Siebter in Lisieux und Zehnter beim Zwischensprint von Vassy, behauptet die Führung der Punktwertung. Hinter ihm nähert sich Jose Joaquin Rojas bis auf einen Zähler, weil er den belgischen Meister zwei Mal überflügelte(Siebter in Vassy, Fünfter in Lisiseux). Dahinter folgt Thor Hushovd mit einem Rückstand von 32 Punkten.
Thor Hushovd, Dritter in Lisieux hinter Edvald Boassen Hagen und Matt Goss, verteidigt die Führung im Generalklassement mit einem unveränderten Vorsprung von 1’’ auf Cadel Evans, und 4’’ auf Fränk Schleck. Unter den 62 Fahrern, die Lisieux in der gleichen Zeit erreichten, befinden sich alle Favoriten des Rennens.
Derzeit fährt das Feld geschlossen durch Le Mans zum eigentlichen Startort, der 4,9 km vom Sammelplatz entfernt ist.
Heute starten die Fahrer in Le Mans und begeben sich auf eine 218 km lange Strecke Richtung Châteauroux durch die Departements Sarthe, Loir-et-Cher, Indre-et-Loire und Indre.