
Col du Tourmalet
174 km
Donnerstag 22 Juli
Nach dem zweiten Ruhetag in Pau stürzen sich die Fahrer in den letzten großen Kampf der Tour. Allerdings war schon die Entsprechung dieser Etappe letztes Jahr auf dem Ventoux ein kleiner Reinfall, weil die Favoriten sich nur gegenseitig belauerten. Auf dieser Etappe könnte es richtig spannend werden, wenn Contador davor mit 30 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz liegt. Aber sollte er schon fünf Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten haben ... Nach dem Marie-Blanque bleibt im Tal nicht viel Zeit zum Durchatmen, bevor der Col de Soulur losgeht. Der Soulor ist lang, lang, lang – fast 25 Kilometer! Von dort geht es bergab und in Richtung Tourmalet, wo das Rennen entschieden und dem ersten Fahrer auf dem höchsten Punkt der Tour der Henri-Desgrange-Preis verliehen wird.
Das Wildwasserstadion© D.G., Fremdenverkehrsamt von Pau
Was kann denn schöner sein, als der Blick auf die Bergkette der Pyrenäen von der Promenade des gleichnamigen Boulevards, der das Schloss mit dem Park Beaumont verbindet? Der 1944 mit der Bezeichnung Horizons Palois unter Denkmalschutz gestellte Boulevard durchläuft ein über drei Jahre gestrecktes Sanierungsprogramm: Renovierungsarbeiten an der Brüstung und der Beleuchtung, Auslichten und Fällen von Bäumen. Durch diese Arbeiten erstreckt sich das Panorama fortan auch auf die Anhöhen und die neue Infrastruktur des Gemeindeverbandes Pau-Pyrénées: das Wildwasserstadion und das zukünftige Viertel Porte des Gaves. Darüber hinaus sollte in zwei Jahren auch ein städtischer Naturpark entlang des Sturzbachs von Pau entstehen. Dabei will man Grünflächen und Freizeitaktivitäten unter einen Hut bringen. Das Stadtzentrum von Pau ist ebenfalls Gegenstand eines Programms zur Revitalisierung des Wohnungswesens, der Attraktivität, des Kulturerbes und der sanften Mobilität. Neben einem hochwertigen Busstreckennetz bleibt Pau der Tour treu, indem die Stadt ab diesem Herbst ein Fahrradverleihsystem im Selbstbedienungsprinzip einführt.
Le Tourmalet© HTPE Masson
Lange bevor die Radprofis damit begannen, seinen Gipfel zu erklimmen, machte der Tourmalet schon von sich reden. Der von Schäfern, Pilgern oder Hausierern überquerte Berg wurde sozusagen 1675 salonfähig, als Madame de Maintenon ihn auf dem Weg nach Barèges in einer Sänfte passierte. Im Tal war die Straße wegen eines Hochwassers unpassierbar. Heute ist der Tourmalet mit seinen 2.115 Metern eine der höchstgelegenen Passstraßen der Pyrenäen. Hier wird fast jeden Sommer ein neues Kapitel der Legende der Tour de France geschrieben. Auf seinen Hängen versammeln sich die Tour-Liebhaber, die frei lebende Herden und die Landschaft bewundern können. Im Winter bilden die beiden Berghänge mit 100 Pistenkilometern das weitläufigste Skigebiet der französischen Pyrenäen, das Domaine du Tourmalet. Über dem Pass thront der Pic du Midi de Bigorre in einer Höhe von 2.877 Metern. Von La Mongie aus kann man ihn zu Fuß oder mit dem Sessellift erreichen und ein einzigartiges Panorama der umliegenden Gipfel entdecken. Es ist auch möglich, die am Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Sternwarte zu besichtigen.
• www.cg65.fr
• www.100ansdamour.fr
• www.grand-tourmalet.com