Tagebuch der Etappe

étape 21 - Montereau-Fault-Yonne Paris Champs-Élysées 164 km
Sonntag 26 Juli

Cavendish alleine auf dem Foto

Mark CAVENDISH (GBR)© A.S.O.

 

Die Demonstration der Stärke von Cavendish, der vom gut geölten Columbia-Zug angezogen wurde, lässt den Meister des Sprints in die Geschichtsbücher des Radsports eintreten. Mit sechs Sprintsiegen überholt der Brite beispielsweise Freddy Maertens, der bei den Runden von 1976 und 1981 fünf Streckenetappen gewonnen hatte. Vor allem aber hat „Cav“ seine Rivalen bei seinem prestigereichen Sieg auf den Champs-Elysées mit beeindruckendem Vorsprung in die Schranken gewiesen. Trotz der Glanzleistung des Anführers der Columbia-Mannschaft gewinnt doch Thor Hushovd zum zweiten Mal das Grüne Trikot. Die Auseinandersetzung zwischen den Stars der Zielgeraden hatten keinen Einfluss auf Alberto Contador, den Gewinner des Gelben Trikots der Tour 2009.


Spazierfahrt bis Paris


Am Start der Etappe in Montereau-Fault-Yonnewar war die Stimmung zunächst entspannt. Alberto Contador verbrachte den Anfang der Etappe damit, die Glückwünsche aller Fahrer des Pelotons entgegen zu nehmen, für Fotosessions zu posieren und sich ein Gläschen Champagner zu gönnen. In den ersten beiden Stunden lag das Stundenmittel bei 33,8 km/h, wie es der Tradition entspicht. Die sympathische Spazierfahrt wurde bis an die Tore von Paris fortgesetzt, wo die Fahrer vom Team Astana dann progressiv das Tempo erhöhten.


Beppu an der Rennspitze


Zu Beginn des abschließenden Rundkurses setzte in der Euphorie der ersten Meter auf den Champs-Elysées eine brutale Tempoerhöhung ein, um die verbleibenden acht Runden in Angriff zu nehmen. Sylvain Calzati sollte sich daraufhin als Erster absetzen, doch erst auf Initiative von Fumiyuki Beppu (SKS) sollte sich eine kleine Gruppe erfolgreich absetzen, mit Veikkanen (FDJ), Coyot (GCE), Dumoulin (COF), Pichot (BBO), Barredo (QST) und Wegmann (MRM). Doch mit einem Vorsprung von rund dreißig Sekunden, der beständig vom Team Columbia an der Spitze des Pelotons kontrolliert wurde, war sich die Ausreissergruppe bewusst, dass dies keine leichte Aufgabe sein würde. Zwei Runden vor dem Ziel konnten nur Beppu, Veikkanen und Wegmanns noch einmal nachsetzen und ihr Abenteuer für kurze Zeit verlängern. Sie wurden aber kurz nach dem „Glockenschlag" zur letzten Runde 5 km vor dem Ziel vom Peloton gestellt.


Cavendish, sechster Sieg bei der Tour 2009


Die Vorbereitung des Sprints wurde zunächst von den Fahrern vom Team Garmin eingeleitet, die dem Kapitän der Columbia-Mannschaft den Sieg streitig machen wollten. Doch die infernalische Maschine vom Team Columbia ließ sich davon nicht beeindrucken und konterte unter der Roten Flamme. Nach nur dreihundert Metern hatte der Columbia-Zug sich schon von den Konkurrenten abgesetzt. Mark Cavendish, der wie immer von Mark Renshaw angezogen wurde, setzte auf der letzten Geraden sein Festival fort und distanzierte seinen ersten Rivalen, Tyler Farrar, um gut vierzig Meter, während Renshaw – als Belohnung für die geleistete Arbeit – sogar noch das Double für Columbia an diesem Tag perfekt machte. Dieser sechste Sieg von „Cav" bei der Tour 2009 ändert jedoch nichts an der Rangfolge in der Punktwertung. Hushovd, der 6. auf der Ziellinie, gewinnt zum zweiten Mal das Grüne Trikot.

 

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