
Digne-les-Bains
194.5 km
Sonnabend 19 Juli
Der Kampf der Sprintermannschaften hat erneut das Schicksal der Ausreißergruppe des Tages besiegelt, deren letzter Überlebender, Jose Ivan Gutierrez, 10 km vor dem Ziel gestellt wurde. Der Massensprint wurde daraufhin ohne Cavendish vorbereitet, der im letzten Anstieg abgehängt wurde. Oscar Freire hat sich als Schnellster erwiesen und festigt seine Führung in der Punktewertung.
21 Fahrer an der Spitze
Bei km 5 hat Devolder (QST) einen Ausreißversuch gestartet, der durch den Umfang der Gruppe zunichte gemacht wurde, da dem Sieger der Flandernrundfahrt O’Grady (CSC), Oroz, Txurruka (EUS), Garcia Acosta, Gutierrez (GCE), Eisel (COL), Quinziato (LIQ), Bono (LAM), Bonnet (C.A), Riblon (ALM), Haussler (GST), Gonzalo Ramirez, Lelay (AGR), Tankink (RAB), Sprick, Voeckler (BTL), Velo (MRM), Casar, Seb.Chavanel (FDJ) und Frischkorn (GAR) gefolgt sind. Cofidis und Silence-Lotto, die in der Ausreißergruppe fehlten, haben an der Spitze des Pelotons ein abschreckendes Tempo gefahren. In dieser Konfiguration haben die Angreifer nur einen Vorsprung von einer Minute erreicht (km 30).
Höchstabstand: 6’50’’
Nach dem Erreichen der Sprintwertung von Saint-Rémy-de-Provence hat das heranrückende Peloton Gutierrez (GCE), Bonnet (C.A), Tankink (RAB) und Casar (FDJ) dazu bewogen, sich von der Gruppe abzusetzen (km 41). Hinter ihnen hat sich aus dem Rest der ersten Ausreißergruppe noch eine Gruppe von Verfolgern gebildet, die dann aber bei km 56 aufgeben sollten. Fünf Kilometer weiter ließ das Peloton abrupt das Tempo abbrechen, wodurch den vier führenden Fahrern freie Bahn gewährt wurde. Bei km 70 stieg der Vorsprung auf 3’50“ an, dann auf 6’50“ bei km 85. Doch die Mannschaften der Sprinter, die Cavendish noch im Finale herausfordern wollten, leiteten schon frühzeitig die Jagd auf die Ausreißer ein. Beim Zwischensprint von Oraison, 49,5 km vor dem Ziel, hatten sie schon nur noch einen Vorsprung von 2’25“.
Sy.Chavanel diesmal bei 2 km
Die Situation spitzte sich zunehmend zu, bei nur noch 1’30’ Vorsprung auf das Hauptfeld hat Jose Ivan Gutierrez das Tempo angezogen und das führende Quartett 28 km vor dem Ziel explodieren lassen. William Bonnet musste als Erster abreißen lassen, doch auch Tankink und Casar sollten kurz danach ebenfalls vom Peloton geschluckt werden (20 km vor dem Ziel). Fünf Kilometer weiter hatte der verbleibende Ausreißer nur noch 26’’ Vorsprung. Er wurde 10 km vor dem Ziel abgefangen. Dann wechselte sich eine ganze Reihe von Anwärtern an der Spitze des Pelotons ab: Voeckler (BTL), dann Barredo (QST) und schließlich Sylvain Chavanel (COF) haben nacheinander versucht, die Fahrer der Sprintermannschaften zu überlisten. Diesmal hat der Cofidis-Fahrer seinen Versuch 2 km vom Ziel gestartet.
Ein Sprint ohne Cavendish
Der Massensprint von Digne-les-Bains ist dann ohne Cavendish vorbereitet worden, der im Anstieg zum Col de l’Orme in Schwierigkeiten geriet. 400 m vor dem Ziel leitete Romain Feillu frühzeitig den Sprint ein. Er wurde von Oscar Freire abgefangen, der sich für einen Sprint ab 200 m vor dem Ziel entschieden hat. Der Spanier hat seine erste Etappe seit dem Beginn der Tour 2008 gewonnen und festigt dadurch seinen Vorsprung in der Punktewertung.
Der junge Fahrer vom Team Liquigas bestreitet seine erste Tour de France und dominiert dank seines 10. Platzes im Gesamtklassement die Wertung der besten Jungprofis.
« Ich bin mit dem Ziel hergekommen, das Gelbe Trikot zu erobern, das habe ich aber nicht geschafft. Jetzt, wo ich das Weiße Trikot des besten Jungprofis habe, werde ich alles tun, um es bis Paris zu behalten. Ich weiß, dass ich ein guter Kletterer bin. Die Berge sind das Umfeld, in dem ich mich am besten fühle. Ich glaube demnach, dass ich mir Hoffnungen machen kann, das Trikot zu behalten, und ich kann sogar hoffen, in den kommenden Jahren das Gelbe Trikot zu erobern oder auch das Rosa Trikot beim Giro. »
Der FĂĽhrende in der Punktewertung erringt in Digne-les-Bains seinen ersten Etappensieg bei der Tour 2008.
« Heute war es ein ganz anderer Sprint. Alle waren ein wenig müde, und außerdem war Cavendish nicht dabei. Es war also eine sehr gute Gelegenheit, um eine Etappe zu gewinnen. Auf dem letzten Kilometer war ich in recht guter Position, aber es wurde nicht so schnell wie sonst gefahren. Ich wollte mich nicht überraschen lassen. Ich habe mich ans Rad von Zabel gehängt und darauf geachtet, ihm gegenüber keinen Zentimeter zu verlieren. Zu einem bestimmten Zeitpunkt habe ich befürchtet, eingeschlossen zu werden, 250 m vor der Ziellinie habe ich dann beschleunigt. Das war ein bisschen spät, aber 100 m vor der Linie habe ich gesehen, dass ich gewonnen hatte.
Der Kampf um das Grüne Trikot ist überaus kompliziert. Es wäre doch merkwürdig, sich dieser Herausforderung zu stellen und keine Etappe zu gewinnen. Gestern kam die Frustration in mir auf, heute aber empfinde ich Erleichterung. Es ist doch besser mit einem Etappensieg.
Die Tour ist sehr lang, und die letzte Woche ist überaus wichtig. Da fängt man dann wirklich an, über das Grüne Trikot nachzudenken, und es steht noch Arbeit an. Bei den anderen Sprints war Cavendish der Stärkste und ich hatte ihm nichts entgegen zu setzen.“
Der FĂĽhrende der Gesamtwertung ist der Meinung, dass seine in den Bergen nicht so starke Mannschaft im Hinblick auf die groĂźen Alpenetappen kein Hindernis darstellt.
« Zu Beginn der Etappe gab es diese Ausreißergruppe von 21 Fahrern, die wir nicht ziehen lassen durften. Es musste also Tempo gefahren werden, um sie wieder einzuholen, aber das ist die Spezialität der belgischen Mannschaften, davor haben wir noch nie Angst gehabt.
Popowitsch wird jeden Tag besser, ich muss aber in jedem Falle mein Rennen fahren, ich muss die Dinge selbst in die Hand nehmen. Außer der CSC, die zwei sehr gute Kletterer hat, werden die anderen Kapitäne irgendwann auch isoliert sein, und ansonsten werden wir sehen, wie es läuft.
Heute habe ich ein wenig unter der Hitze gelitten, aber ich glaube, dass war für alle so. Was meine Verletzungen betrifft, so sind sie wirklich gut geheilt, ich habe keine großen Schmerzen mehr… so lange nur die Zuschauer mir nicht auf die Schulter klopfen ! »
1. Freire
2. Duque
3. Zabel
4. Dean
5. De Jongh
Der Träger des Grünen Trikots erringt seinen ersten Sieg bei der Tour 2008
Milram und Columbia liegen vorne, Freire ist mit seinem GrĂĽnen Trikot an 4. Position
Das Peloton holt Sylvain Chavanel ein…
Sylvain Chavanel liegt immer noch alleine in Führung, noch etwa 5“ Vorsprung…