
Narbonne
168.5 km
Donnerstag 17 Juli
Mark Cavendish hat sich abermals bei einem Massensprint als stärkster Mann im Feld bei der Ankunft in Narbonne durchgesetzt. Der britische Sprinter, dessen Teamgefährten von Columbia die Lücke zu den Ausreißern des Tages schlossen, feiert seinen dritten Etappensieg bei der Tour 2008. Freire, der Fünfte bei der Sprintankunft, behält die Führung in der Sprintwertung.
Saunier-Duval verlässt das Peloton
Nach der Ankündigung der positiven EPO-Probe des Teamkapitäns Riccardo Ricco ist die Mannschaft Saunier-Duval bei der 12. Etappe nicht an den Start gegangen. Das Peloton hat sich also ohne den Führenden der Bergwertung auf den Weg nach Narbonne gemacht.
Ein französisches Duo an der Spitze
Die ersten Ausreißer des Tages verlassen das Feld bei Km 5: Martinez (EUS) und Gutierrez (GCE), zu denen sich später auch Quinziato (LIQ), De Jongh (QST), Bichot (AGR), Tankink (RAB), Muller (MRM), Augé (COF) und Frischkorn (GAR) gesellen, werden bei Km 12 wieder vom Feld eingeholt. Mehrere Gruppen versuchen ihrerseits ihr Glück als Ausreißer - erfolglos. Schließlich setzt sich doch bei Km 36 das Duo Arnaud Gérard (FDJ) und Samuël Dumoulin (COF) ab. Rasch wächst der Vorsprung der Ausreißer auf 4’20’’ an (Km 55), schrumpft dann aber vor dem herannahenden Zwischensprint, als die Anwärter auf das Grüne Trikot sich den noch zu vergebenden Punkt streitig machen. Bei der Zeitnahme liegt das Feld noch 1’40’’ zurück, und Freire überquert die Linie vor Hushovd.
Oroz bläst zum Gegenangriff
Die am Etappensieg interessierten Sprinterteams wechseln sich in der Führungsarbeit ab, obgleich die Fahrer von Crédit Agricole deutlich weniger Akzente setzen als üblich. Im Wesentlichen halten die Fahrer von Quick Step, und vereinzelt die Akteure von Liquigas, den Abstand zur Ausreißergruppe bei einer Minute. Bei Km 116 erhält die Ausreißergruppe durch den drei Kilometer zuvor zum Gegenangriff angetretenen Basken Juan Jose Oroz (EUS) vorübergehend neuen Auftrieb. Zu dritt bauen die Ausreißer ihren Vorsprung leicht aus. Allerdings übernimmt das Peloton rasch wieder die Kontrolle über das Geschehen.
Das Erfolgsrezept von Cavendish
Das bedrohlich nahe rückende Hauptfeld veranlasst Samuël Dumoulin, sein Glück 30 Kilometer vor dem Ziel auf eigene Faust zu versuchen. Seine beiden Gefährten reagieren aber unverzüglich und lassen sich nicht abschütteln. 20 Km vor dem Zielstrich sind Oroz (EUS), Gérard (FDJ) und Dumoulin (COF) immer noch beisammen. Ihr Polster auf das Peloton ist auf 42’’ geschrumpft. Das Abenteuer findet 9,5 Km vor dem Ziel ein jähes Ende für das Trio. Die Sprinterteams bringen ihre Fahrer für einen Massenspurt in Position. Die üblichen Verdächtigen sind vertreten, doch lassen insbesondere die Fahrer von Columbia aufhorchen. Obgleich unter dem roten Teufelslappen auch die Fahrer von Quick Step und Crédit Agricole antreten, hat Cavendish die strategisch günstigste Position inne. Einmal links ausscheren und dann 300 Meter vor dem Ziel mächtig in die Pedale treten: Die stärksten Fahrer im Peloton bekommen abermals das Erfolgsrezept von Cavendish zu spüren. Er widersteht dem herannahenden Sébastien Chavanel, der etwas zu spät aus dem Sattel gegangen ist, und feiert seinen dritten Etappensieg bei der Tour 2008. Freire, fünfter Fahrer auf dem Zielstrich, baut seinen Vorsprung in der Sprintwertung weiter aus.
Der britische Sprinter und dreifache Etappensieger bei der diesjährigen Tour äußert Zweifel, ob er in der Lage ist, die Alpen zu überstehen.
«Ich bin der erste Fahrer, der bei der Tour 2008 drei Etappensiege eingefahren hat. Ich glaube auch, dass ich der erste Brite bin, dem das gelungen ist. Bei meinen drei Sprints ist es jedes Mal anders gelaufen, aber es ist vor allem immer etwas ganz Besonderes. Jedenfalls habe ich es immer meiner Mannschaft zu verdanken, dass ich in so einer guten Ausgangsposition bin.
Vor dem Ruhetag bin ich gestürzt, da mir ein Fußball auf der Straße in die Quere kam. Mein Knie schmerzt noch ein wenig. Es stört zwar, aber von nichts kommt eben nichts.
Das Grüne Trikot in Paris zu gewinnen, wäre ein Traum, aber ich fühle mich schon etwas müde. Darüber hinaus war ja auch zu sehen, dass ich im Ziel weniger Vorsprung hatte als bei den beiden anderen Ankünften. Ich würde gerne weitermachen und versuchen, die Alpen zu überstehen, ich weiß aber nicht, ob mir das gelingen wird.»
Der Träger des Gelben Trikots hofft auf einen ausreichenden Vorsprung vor dem letzten Zeitfahren.
«Während der gesamten Schlussphase der Etappe habe ich versucht, unter den ersten zwanzig Fahrern zu bleiben, denn nur von solch einer Position aus lassen sich Probleme vermeiden. Ich war auf mich alleine gestellt, da meine Teamgefährten schon den ganzen Tag lang viel gearbeitet hatten.
Ich weiß, dass noch ein langes Programm vor uns liegt, und es wird noch wichtige Tage geben mit den Ankünften in Jausiers, in Alpe-d’Huez. Vor allem ist da aber auch noch das Zeitfahren. Das ist alles wie in einem Hollywood-Film. Falls es eng zugeht, ist das gut für die Show, doch würde ich mir für diesen Anlass schon ein gutes Polster wünschen.»
1. Cavendish
2. Seb. Chavanel
3. Steegmans
4. Zabel
5. Freire
Wieder einmal heißt der überlegene Sieger Marc Cavendish. Der britische Paradesprinter gewinnt seine dritte Etappe bei der diesjährigen Tour de France.
Die Columbia-Fahrer setzen Cavendish in Szene...
Das Feld biegt nach rechts auf die Zielgerade ab
Das Feld wird immer länger...