
Plumelec
197.5 km
Sonnabend 5 Juli
Als einer der Favoriten auf den Titelgewinn 2008 stellt Alejandro Valverde (GCE) unter Beweis, dass der Ruf, der ihm vorauseilt, gerechtfertigt ist, indem er die Eröffnungsetappe gewinnt. Er sichert sich das gelbe Trikot und verweist einige der anderen Anwärter auf den Gesamtsieg auf die Plätze. Auf einer Strecke, von der viele meinten, sie läge den Sprintern, die auch am Berg stark sind, zieht der erste spanische Sieger der Flèche Wallonne auf den letzten 200m am diesjährigen Gewinner der Ardennes Classic, Kim Kirchen, vorbei und erkämpft sich seinen zweiten Etappensieg bei der Tour de France.
Die 197,5km lange erste Etappe von Brest nach Plumelec begann um 12.29h. An den Start gingen 180 Fahrer. Der Eröffnungstag wartete mit vier Anstiegen der Kategorie auf: Cote de Ty-Jopic (bei 29,5km), Cote de Kerivarc’h (bei 48,5km), Col de Toullaeron (bei 85,5km) und Cote de Guenerve (bei 146,5km). Es gab drei Zwischensprints: in Plonevez-du-Fauo (bei 62km), Gourin (90,5km) und Remungol (157km). Das Wetter war kühl und die Temperatur lag zu Beginn bei 18 Grad Celsius, aber die Straßen waren trocken und es drohte niemals Regen. Es ging starker Wind, und die Windböen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 50km/h aus südwestlicher Richtung.
Achtköpfige Ausreißergruppe
Der erste Angriff bei der Tour 2008 ging von Lilian Jegou (FDJ) an der 3-km-Marke aus. Ihm schlossen sich Perez (EUS), Voeckler (BTL), Schröder (MRM), De La Fuente (SDV), Arrieta (ALM), Lequatre (AGR) und Auge (COF) an. Bei 10km betrug ihr Vorsprung 2’20” und der Abstand wuchs schnell. Am höchsten Punkt des ersten Anstiegs betrug ihr Vorsprung auf das Feld 8’15”. Dies war der größte Abstand, den die Ausreißer erreichten. Voeckler griff am Anstieg von Ty-Jopic an, wurde oben aber von Schröder im Sprint überholt. Verschiedene Teams, vor allem Liquigas, Crédit Agricole, Rabobank und Caisse d’Epargne, wechselten sich an der Spitze des Pelotons ab.
Die mittlere Geschwindigkeit in der ersten Stunde betrug 43,1km/h. Am zweiten Anstieg hatte das Peloton noch 6’55” Rückstand auf die Spitze. Der Abstand wurde jedoch schnell kleiner und bis zum dritten Anstieg verkürzte das Feld auf 4’55”. In der zweiten Stunde lag die die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 40,4km/h.
Erster Fahrer drauĂźen
In der Versorgungszone (100km vor dem Ziel) stĂĽrzte Duclos-Lassalle (COF) und brach sich das linke Handgelenk. Er war der erste Fahrer, der bei der Tour 2008 aufgeben musste.
In der dritten Stunde waren die Fahrer im Schnitt mit 42,5km/h unterwegs. Der Vorsprung der Spritzengruppe schrumpfte allmählich: 60km vor dem Ziel auf 3’55”; 45km vor dem Ziel auf 3’10“ etc. De La Fuente führte Schröder und Voeckler über den letzten gewerteten Anstieg, womit der Deutsche und der Franzose in Punkten gleichauf zogen und der auf der Etappe Besserplatzierte das gepunktete Trikot erhalten sollte. Es kam 55km vor dem Ziel zum Sturz, an dem Popovych, Chavanel, Casper, F. Schleck und verschiedene andere Fahrer beteiligt waren. Alle stiegen schnell wieder auf ihr Rad und schlossen wieder zum Peloton auf. Beim dritten Sprint holten sich Lequatre, Perez und Jegou die Punkte und ihre Gruppe hatte nun nur noch 2’05” Abstand auf das Feld.
Der Angriff in der Spitzengruppe begann 36km vor dem Ziel, während das Peloton den Abstand auf mittlerweile 1’30” verkürzt hatte. Jegou und De La Fuente führten 30km vor dem Ziel mit 20” auf den Rest der Gruppe. Die anderen Ausreißer wurden 26km vor dem Ziel vom Hauptfeld eingeholt, aber die beiden an der Spitze hielten zunächst ihren Vorsprung von 1’25”, der aber bald schrumpfen sollte: 15km vor dem Ziel 35”; 10km vor dem Ziel 15”; und 7km vor dem Ziel war die Jagd vorbei. Soler (BAR) war in einen Sturz verwickelt. Er erlitt die größten Verluste des Tages.
Columbia dominierte auf den letzten Kilometern bis ins Ziel das Hauptfeld und schickte Kirchen auf dem letzten Anstieg zum Angriff. Er fuhr einen guten Vorsprung heraus, wurde aber nach der letzten Biegung von Valverde eingeholt. Der spanische Meister ĂĽberholte den Belgier Philippe Gilbert, der heute seinen 26. Geburtstag feiert, und holte sich den Etappensieg, sein zweiter nach dem Sieg in Courchevel bei seinem TourdebĂĽt 2005.
Thomas Voeckler sichert sich den ersten Platz in der Bergwertung nach einem Ziellinienduell mit Schröder, der wie er 8 Punkte für sich verbuchen kann.
"Der Angriff hat was gebracht. Ich bin natürlich enttäuscht, da ich mir von diesem Ausreißversuch mehr erhofft hatte. Wir waren zu acht, der Wind war günstig, und wäre das Peloton etwas zögerlicher gewesen, hätten wir besser abschneiden können, denn in dieser Situation ist alles möglich. Ich weiß, dass ich bei dieser Art von Etappe versuchen kann, einen Sieg zu holen, denn im Hochgebirge werde ich keine Chance haben und einige andere Etappen werden unter den Sprintern ausgetragen.
Ich bin zufrieden, dass ich jetzt im gepunkteten Trikot fahre, aber ich weiß, dass es schwer werden wird, es zu verteidigen. Ich musste mit Schröder um dieses Trikot kämpfen und ich wusste, dass er schneller unterwegs ist als ich. Ich habe also diesen letzten kleinen Buckel genutzt, den ich gut kenne, um ihn in Schach zu halten.“
Der Bretone führte das Rennen über 190 Kilometer an und erhält den Preis der Firma Brandt für den aktivsten Fahrer.
„Das war eine der Etappen, auf der ich auf den Sieg hoffen durfte und sich die Mühe lohnte, weil am Ende das gelbe Trikot lockte. Da ich aus Vannes stamme, bin ich auf den letzten 50 Kilometern auf Straßen gefahren, die ich in- und auswendig kenne, da ich hier häufig trainiere. Leider reicht das nicht. Ich werde mich aber trotzdem an die Etappe erinnern, weil ich eine sehr gute Zeit hatte, denn wir sind enorm angefeuert worden. Ich bereue es jedenfalls nicht, dass ich mein Glück versucht habe, und ich weiß, dass es noch weitere Etappen gibt.“
Als Träger des gelben Trikots nach der ersten Etappe hat Alejandro Valverde bei dieser Tour bereits eine gewisse Verantwortung zu schultern.
hat, mich zu schützen. Er hat mir geholfen, Stürze zu vermeiden, das Peloton sicher an die Spitze heranzuführen und mich dann auf den letzten Kilometern gut zu platzieren. Ich kannte diese Zielankunft überhaupt nicht, aber ich habe versucht, die Distanz zu berechnen und auf das Gelände zu achten. Als ich die letzte Kurve 300m vor der Ziellinie sah, dachte ich mir, das ist der richtige Moment, um anzugreifen.
Dieses gelbe Trikot bedeutet mir und natürlich auch meinem Team sehr viel. Mir hat es auch vor der heutigen Etappe nicht an Selbstvertrauen gemangelt, aber es ist klar, dass mich dieser Sieg noch zusätzlich aufbaut. Wir werden natürlich versuchen, morgen vorn dabei zu sein und dieses Trikot zu verteidigen. Aber wir werden sehen, wie es läuft und worauf es ankommt, ist vor allem, das Trikot in Paris zu tragen.“
Der erste Etappensieg bei der Tour de France 2008 geht an einen der Favoriten auf den Titel. Die besten FĂĽnf der ersten Etappe:
1. Alejandro Valverde (ESP) GCE
2. Philippe Gilbert (BEL) FDJ
3. Jerome Pineau (FRA) BTL
4. Kim Kirchen (LUX) THR
5. Riccardo Ricco (ITA) SDV
Alejandro Valverde hat seinen zweiten Etappensieg bei der Tour de France geholt und sich das Recht erkämpft, erstmals das gelbe Trikot zu tragen. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 42,92km/h. Er schlug Philippe Gilbert im Kampf um den Sieg.
Alejandro Valverde gewinnt die Etappe, nachdem er Kirchen auf den letzten 200m ĂĽberholt.
Feillu von Agritubel greift an, wird aber von Schumacher ĂĽberholt.
Das Peloton geht auf den letzten Anstieg. Eisel und seine Teamkollegen von Columbia führen weiter und jetzt fällt die Entscheidung. Wer erobert das erste gelbe Trikot der Tour 2008...?