Reiseführer

etappe 2 - Dunkerque 168.5 km
Montag 9 Juli

Wissenwertes

  • Dünkirchen. Unumgänglicher Blickfang ist die Bronzestatue von Jean Bart, dem Freibeuter, der die Stadt 1694 vor einer Not bewahrte. Sein Standbild zählt zu den seltenen Denkmälern, die den Bombardierungen während des Zweiten Weltkrieges standgehalten haben.
  • Bergues. Die Stadt von Lamartine trägt auch den Namen das andere Brügge aus Flandern“.
  • Poperinge. Die Einwohner bezeichnet man im Volksmund als Dickschädel“. Lassen Sie den Ort auf sich wirken.
  • Ypern. Die dortige Lakenhal (Tuchhallen) aus dem 13. Jahrhundert war das höchste kaufmännische Gebäude Europas.
  • Deinze. Man kann einen Umweg zum Schloss von Ooidonk wagen, einem Meisterwerk der spanisch-niederländischen Architektur des 16. Jahrhunderts.
  • Gent. Die Sankt-Bavo-Kathedrale beherbergt die Verehrung des Lamm Gottes“ von Jan Van Eyck, die als Höhepunkt der flämischen Malerei betrachtet wird.
 

Region Nord-Pas de Calais

Hauptstadt der Region: Lille
Bevölkerung: 4 Millionen Einwohner.

Die Region Nord-Pas de Calais besteht aus zwei Departements, Nord und Pas-de-Calais, und befand sich einst in den Provinzen Flandern und Artois, dann in den südlichen Niederlanden und den spanischen Niederlanden. Erst 1713 wurde die Region endgültig französisch. Als Dreh- und Angelpunkt zwischen England sowie den kaufmännischen Städten Flanderns und Hollands war die Region lange Zeit auf Handel und Textilien ausgerichtet, bevor sie mit der industriellen Revolution zu einem der großen industriellen Ballungsgebiete Frankreichs aufstieg. Die Bergbau- und Stahlregion Nord hat die volle Breitseite des Niedergangs dieser Schwerindustrien zu spüren bekommen. Ihre geografische Situation hat sie zwar Jahrhunderte lang besonders stark den großen zerstörerischen Konflikten Europas ausgesetzt, doch konnte sich die Region wieder emporarbeiten. Der Bau des Tunnels unter dem Ärmelkanal hat das Gebiet wieder in den Mittelpunkt Europas gerückt, zwischen Großbritannien, den Beneluxstaaten und Frankreich.

Mit einem Verstädterungsgrad von 83% ist Nord-Pas de Calais eine dicht und stark besiedelte Region, in der es acht Ortschaften mit mehr als 100 000 Einwohnern gibt. Es handelt sich auch um die jüngste Region des französischen Mutterlandes mit 36,5% Einwohner unter 25 Jahren. Diese Situation ist besonders auf eine Fruchtbarkeitsrate von 1,87 Kindern pro Frau zurückzuführen, der höchsten Frankreichs.

 

Departement Nord

Hauptstadt: Lille

Das Departement entspricht der ehemaligen Provinz des französischen Flanderns. Hinter der Region Paris handelt es sich um das bevölkerungsreichste Departement Frankreichs mit 2,5 Millionen Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 435 Einw./Quadratkilometer.
Das rund um Kohle, Stahl und Textilien aufgebaute industrielle Departement Nord ist ebenfalls ein landwirtschaftliches Departement, das Vorreiter in Umweltfragen war. Der Naturpark Saint-Amand-Raisme zählte z.B. in Frankreich zu den ersten.

Hauptorte der Arrondissements: Avesnes, Cambrai, Douai, Dünkirchen und Valenciennes.

 

Dünkirchen - km 0

Bevölkerung: 70.850

PDer Grenzhafen Dünkirchen (Kirche auf der Düne) hat wie sämtliche Städte der Region, und vielleicht mehr noch aufgrund seiner maritimen Ausrichtung, die Launen der Geschichte zu spüren bekommen. Die durch den Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogene Stadt wurde von allen Mächten regiert, die sich ihre Ländereien seit dem Mittelalter streitig machten. Erst 1662 unter der Herrschaft von Ludwig XIV ging sie endgültig in französischen Besitz über.
Aufgrund ihrer bewegten Vergangenheit und ihrer besonderen Situation am Knotenpunkt der französischen, flämischen und sogar britischen Kultur hat die Heimatstadt des berühmten Freibeuters Jean Bart eine ganz eigene und starke Persönlichkeit entwickelt. Der Lokaldialekt, das dunkerquois, ist ein Spiegelbild dieser vielfältigen Einflüsse. Er geht gleichermaßen auf die flämische Sprache und auf den Jargon der Seeleute zurück.

1940 fand die schreckliche Schlacht von Dünkirchen statt, als die britischen Streitkräfte von den aus den Niederlanden und den Ardennen vorrückenden deutschen Truppenverbänden eingekesselt wurden. Die Evakuierung der britischen Soldaten und einiger französischer Einheiten zählte zu den bedeutendsten Ereignissen der Anfangsphase des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt fiel daraufhin den Deutschen in die Hände und wurde zu einer Zielscheibe der alliierten Bombardements bis zu ihrer Befreiung 1945. Dünkirchen war seinerzeit zu 70% zerstört. Das Standbild von Jean Bart blieb aber unversehrt. Zwar schmolzen die Besatzer nahezu alle Bronzestatuen in Frankreich ein, ersparten aber Jean Bart, da dessen gen England gerichtetes Schwert der deutschen Luftwaffe als Orientierungspunkt diente.

Der Karneval von Dünkirchen

Der Karneval von Dünkirchen, eine wesentliche Festveranstaltung der Stadt, zählt zu den bekanntesten und derjenige mit dem meisten Trubel in Frankreich. Der Erzählung zufolge geht das Fest auf die Kabeljaufischer zurück, die am Vorabend ihres Aufbruchs in die gefährlichen isländischen Gewässer feierten, weil sie eine Reise ohne Wiederkehr befürchteten.

Die Tradition des Karnevals beinhaltet noch Seemannsgesänge, und die Musiker tragen gelbes Ölzeug wie die Kabeljaufischer. Ein Heringswurf vor dem Rathaus erinnert noch an die großen Fischerkampagnen von einst.

Dünkirchen und der Radsport

Seit 1955 ist Dünkirchen der Schauplatz der Vier Tage von Dünkirchen, einer der berühmtesten Etappenwettbewerbe im französischen Radsportkalender.

Seit 1978 ist Dünkirchen Ausgangspunkt eines Segelwettbewerbes (ohne Unterbrechung seit 2002), der sich an unserem orientiert. Hier erfolgte 2001 der Auftakt der Tour, als Christophe Moreau den Prolog für sich entschied. Gleich 18 Mal hat die Grande Boucle in der Stadt Halt gemacht, zumeist für Zielankünfte mit einer Sprintentscheidung.

 

Bergues - km 4,5

Bevölkerung: 4.207

Manchmal bezeichnet man die Stadt als das andere Brügge Flanderns“, seitdem sie allmählich der Sumpflandschaften Herr wurde. Im 13. Jahrhundert avancierte Bergues zu einer der wichtigsten Städte Westflanderns und wurde anschließend wie viele ihrer Art das Opfer von Bränden und Kriegen. Nach einer wechselnden flämischen und englischen Zugehörigkeit wird die Stadt durch den Vertrag von Aachen 1668 endgültig Frankreich zugesprochen.

Die über fünf Kilometer langen Wälle sind auch heute noch der Stolz von Bergues und natürlich Vauban zu verdanken. Der Bergfried, das städtische Freiheitssymbol, wurde 1944 sinnbildlich von den Deutschen gesprengt und 1961 nach gleichem Abbild wiederaufgebaut.

Eine illustre Persönlichkeit drückte der Geschichte von Bergues ihren Stempel auf: Lamartine, der 1833 zum Abgeordneten des Wahlbezirks bestimmt wurde.

 

Rexpoede - km 12,5

Bevölkerung: 1.885

Im Ersten Weltkrieg spielte Rexpoede eine nicht unerhebliche Rolle, da der General Anthoine, der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte und Stellvertreter von General Pétain hier im Schloss Bouly de Lesdain sein Hauptquartier aufschlug. Bis zum Sommer 1917 empfing er dort die höchsten Würdenträger, darunter auch König Georg V. aus England, den Prinzen von Wales, Premierminister Lloyd George, König Albert I. aus Belgien, den Präsidenten Raymond Poincaré, Pétain und mehrere Minister.

 

Westflandern

Provinzhauptstadt: Brügge
Bevölkerung: 1.132.800

Westflandern, das Vermächtnis des Grafen von Flandern, ist die am westlichsten gelegene Provinz Belgiens. Sie setzt sich aus acht Verwaltungsbezirken zusammen: Brügge, Diksmuide, Ypern, Kortrijk, Oostende, Roeselare, Tielt, Veurne und aus 64 Städten. Die gesamte belgische Nordseeküste liegt innerhalb der Provinz, die daher ein beliebtes Touristenziel bildet. Das fantastische Kulturerbe von Brügge oder Ypern sowie die Modernität von Städten wie Kortrijk, stellen andere touristische Trümpfe der Provinz dar. Es handelt sich auch um eine grüne Region, insbesondere im Westhoek.

 

Poperinge - km 27

Bevölkerung: 19.623

Die Einwohner tragen den Spitznamen Dickköpfe“ (keikoppen) aufgrund ihrer Neigung, anders lautenden Meinungen nur widerwillig nachzugeben. Im Laufe der Geschichte hat Poperinge einen bemerkenswerten Geist der Unabhängigkeit offenbart.

In den Erinnerungen der Tommies“, der 1914-18 an die Front beorderten englischen Soldaten, nimmt das von ihnen genannte Pop“ eine besondere Stelle ein. Poperinge ist die einzige von den Deutschen unbesetzte Stadt der Region und diente den britischen Frontsoldaten in den schwersten Stunden des Großen Krieges als Rückzugsbasis und Insel des Friedens. Einige ließen sich so sehr vom Widerspruchsgeist der Einwohner anstecken, dass sie sich weigerten, den Kampf wieder aufzunehmen. Diese Meuterer wurden auf dem zentralen Rathausplatz als Deserteure hingerichtet, und auf dem Friedhof von Poperinge findet man noch immer die Gräber von 17 Soldaten mit dem alleinigen Vermerk: Im Morgengrauen erschossen“.

 

Ypern - km 43,5

Bevölkerung: 34.897

Das im Ersten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogene Ypern hat sich mit Hiroshima zusammengeschlossen und sich zur Friedensstadt“ erklärt. In dieser Stadt mit rund 35.000 Einwohnern, fünftgrößte Ortschaft Westflanderns, setzte die deutsche Armee zum ersten Mal das notorische Senfgas“ ein, dessen Bezeichnung Yperit auf Ypern zurückgeht. Drei schreckliche Schlachten tobten 1914, 1915 und 1917 um die Stadt. Die letzte forderte eine halbe Million Todesopfer für nur einige hundert Meter Bodengewinn. Nach der Schlacht lag Ypern wegen des unaufhörlichen Trommelfeuers der Artillerie in Schutt und Asche. Die wesentlichen Baudenkmäler der Stadt, wie die Tuchhallen aus dem 13. Jahrhundert oder das Rathaus wurden originalgetreu wiederaufgebaut.

 

Gistel - km 71,5

Bevölkerung: 11.125

Kennern ist Gistel als Geburtsort von Sylvère Maes, dem Sieger der Tour de France 1936 und 1939 ein Begriff. Der bodenständige Straßenfahrer Sylvère Maes hatte die harte Schule der Querfeldeinrennen durchlaufen, war aber keineswegs mit Romain Maes, seinem Vorgänger in der Siegerliste verwandt. Er konnte bereits einen Sieg bei Paris-Roubaix (1933) vorweisen, als er sich im Tourverlauf als unnachahmlicher Kletterer erwies. 1936 überflügelte er Antonin Magne in den Pyrenäen. Drei Jahre später setzte er sich in den Alpen durch, überwand den Izoard sowie den Iseran und sicherte sich vor René Vietto den Sieg. Anschließend avancierte Maes zum Kapitän der belgischen Equipe.

 

Ichtegem - km 104,5

Bevölkerung: 13.423

Wie Gistel und Torhout liegt die Ortschaft auf dem klassischen Verlauf der Flandernrundfahrt und erhielt 2006 die Auszeichnung Dorp van de Ronde“, Stadt der Rundfahrt. In Ichtegem wird auch jedes Jahr seit 1945 das Rennen der flämischen Ardennen ausgetragen, heute die Drei Tage der Westardennen. In diesem Jahr hieß der Sieger Jimmy Casper.

 

Lichtervelde - km 117

Bevölkerung: 8.400

Wir befinden uns einmal mehr auf der Route der Flandernrundfahrt mit Lichtervelde, dem Dorf der Ronde 2004 und gleichzeitig einer klassischen Passierstelle des Wettbewerbs. Jedes Jahr empfängt die Stadt im September den Omloop van den Houtland, nicht zu verwechseln mit der Rundfahrt des Houtland, die bis 1971 in der Nachbarstadt Torhout ausgerichtet wurde. Der letzte Preisträger des Omloop war der Deutsche Arthur Gajek.

 

Tielt - km 133,5

Bevölkerung: 19.269

Tielt ist die Heimatstadt von Briek Schotte, Weltmeister 1948 sowie 1950 und zugleich einem der besten Klassiker-Fahrer aller Zeiten. Der Doppelgewinner der Flandernrundfahrt (1942 und 1948) starb am Tag der Ronde 2004 - ein Zufall, den die belgische Presse als Zeichen des Schicksals wertete. Tourliebhaber erinnern sich an seinen Sieg auf der letzten Etappe der Tour 1946, aber mehr noch an seinen Zweikampf mit Gino Bartali um den Sieg in der Gesamtwertung 1948.

 

Ostflandern

Provinzhauptstadt: Gent
Bevölkerung: 1,35 Millionen Einwohner

Ostflandern besteht aus sechs Bezirken - Aalst, Eeklo, Gent, Oudenaarde, Sint-Niklaas und Dendermonde - sowie 65 Kommunen. Die Provinz zählt zu den bevölkerungsreichsten Regionen Europas. Ganz im Stile der Hauptstadt Gent (bedeutet Zusammenfluss“) ist die gesamte Region ein echter Schmelztiegel mit einem einzigartigen Vermächtnis und in wirtschaftlicher sowie kultureller Hinsicht äußerst aktiv. Im Gegensatz zu der durch ihre Bezeichnung bedingten Schlussfolgerung liegt die Region nicht im Osten, sondern eher in der Mitte Flanderns. Die Benennung Ostflandern“ ist historischen Ursprungs. Im Mittelalter bildete Gent, der heutige Hauptort der Provinz, die Hauptstadt der flämischen Grafschaft, die mehr oder weniger den jetzigen Provinzen Ost- und Westflandern entsprach.

Ostflandern verfügt über eine ideale wirtschaftliche und geografische Lage. Im internationalen Kontext befindet sie sich im Dreistromgebiet Rhein-Maas-Schelde, einem der weltweit am meisten angesteuerten See-, Industrie- und Handelspole, der noch Wachstumsmöglichkeiten bietet. Auf der nationalen Ebene liegt die Region im goldenen Dreieck Antwerpen-Brüssel-Gent, dem größten Ballungsgebiet der Wirtschaftstätigkeit des Landes.

Ihre Straßen, Flüsse und Schienen sind große internationale Verkehrsadern, wodurch die Provinz mit Europa verbunden wird. Textilien und Konfektion, die der Provinz zur Größe verholfen haben, sind auf immer unzertrennlich. Die durch die universitäre Ausrichtung Gents geförderten Spitzentechnologien gelten nunmehr als größte Arbeitgeber der Provinz.

 

Deinze - km 145

Bevölkerung: 28.320

Deinze, die Kommune mit dem Wohnsitz des IOC-Präsidenten Jacques Rogge, ist in vielerlei Hinsicht eine Radsportstadt. Zum einen handelt es sich um den Startpunkt des so genannten Katzenrennens“, das alljährlich in Ypern endet. Andererseits zählt mit Rudy Dhaenens ein Straßenweltmeister zu den Söhnen der Stadt. Er streifte das Regenbogentrikot 1990 über und war ein ausgemachter Spezialist der Klassiker. Zweimal stand er bei Paris-Roubaix auf dem Siegerpodest. Rudy Dhaenens verstarb 1998 im Alter von 37 Jahren bei einem Verkehrsunfall auf dem Weg zur Flandernrundfahrt, die ein anderer Lokalpatriot ins Leben gerufen hat.

In der Tat ist Deinze die Heimatstadt von Karel Steyaert, besser bekannt als Karel Van Wijnendaele, ehemaliger Fahrer und Journalist bei Sportwereld sowie Begründer der Ronde im Jahr 1913. Van Wijnendaele starb 1961, im Geburtsjahr von Rudy Dhaenens.

In der Nähe von Deinze befindet sich eines der schönsten Bauwerke Belgiens, das Schloss von Ooidonk: Ein Meisterwerk der spanisch-flämischen Architektur des 16. Jahrhunderts.

 

Gent - km 165

233.120 Einwohner

Die drittgrößte Stadt Belgiens nach Brüssel und Antwerpen und zugleich Hauptstadt Ostflanderns spielte eine maßgebliche historische und wirtschaftliche Rolle, da sie im Mittelalter nach Paris die bevölkerungsreichste Stadt der Welt war. Doch wusste Gent seine strategische Rolle in der Gegenwart in perfekter Manier zu bewahren und bleibt weiterhin eine der aktivsten Städte Belgiens, dessen drittwichtigsten Hafenstandort sie nach Antwerpen und Brügge bildet. Zwar ist ihr Bekanntheitsgrad unter Touristen niedriger als der von Brügge, doch verfügt die Stadt über ein mindestens genau so schillerndes Kulturerbe und bleibt einer der augenscheinlichsten Orte, an denen die flämische Glanzzeit von einst sichtbar ist.

Bewundernde Blicke kann man von der Sankt-Michel-Brücke aus auf die Stadt werfen, und man erkennt die Aneinanderreihung der Genter Türme in ihrer ganzen Pracht: die Sankt Nikolauskirche, den Bergfried und die dem städtischen Schutzpatron Sankt Bavo geweihte Kathedrale. In dieser Kathedrale befindet sich die Abbildung der Verehrung des Lamm Gottes“ von Jan Van Eyck, die man als Höhepunkt der flämischen Malerei betrachtet.

Gent und der Sport

Der Radsport zählt in Gent sicherlich zu den beliebtesten Sportarten, doch gehört auch die örtliche Fußballmannschaft mit dem berühmten blauen Trikot und dem Emblem eines Indianerkopfes zu den ältesten Belgiens. Dem Vereinssymbol verdanken die Spieler auch den Beinamen Buffalos“. Gent gewann 1964 und 1984 den belgischen Landespokal.

Gent ist ebenfalls die Geburtsstadt des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge.

Gent und der Radsport

Wie alle belgischen Großstädte ist auch Gent dem Radsport in besonderer Weise verbunden. Die örtliche Radrennbahn gehört zu den Bauwerken der Stadt und ist alljährlich unter der Leitung von Patrick Sercu Schauplatz eines der meist befahrenen Sechs-Tage-Rennen. Die Bahn-WM fand hier 1988 statt.

Auf der Straße ist Gent im Rennkalender Jahr um Jahr auch der Ausgangspunkt für zwei der namhaftesten Halbklassiker, Gent-Wevelgem und Het Volk, die in diesem Jahr jeweils von Marcus Burghardt und Filippo Pozzato gewonnen wurden.

Zweimal hat die Tour 1951 und 1958 hier Halt gemacht, wobei es Siege für den Luxemburger Jean Bim“ Diederich und André Darrigade gab.

Für eine Vielzahl der Tourteilnehmer entspricht die Zielankunft in Gent einer Heimkehr, da die Stadt den Sitz des Rennstalls Quick Step um Patrick Lefevere beherbergt. Aus Gent stammt auch Walter Godefroot, der Team-Manager von Astana. Ganz unverhofft erblickten in Gent auch die britischen Fahrer Bradley Wiggins und Matthew Gilmore das Licht der Welt, und zwar nur einen Steinwurf von der Radrennbahn entfernt, wo ihre Väter beim Sechs-Tage-Rennen auf dem Sattel saßen.