
Sonnabend 28 Juli
Der Ursprung von Cognac ist nicht wirklich bekannt. Laut einiger Geschichten könnte es sich um Condate handeln, an einer ehemaligen römischen Straße zwischen Saintes und Limoges. Condate wird auch auf dem Standort von Merpind oder Croin (in der Nähe von Cognac) oder Conniacum im 1. Jh., wo ein galloromanischer Stammesoberhaupt mit seiner Familie und Sklaven gelebt haben soll, erwähnt.
Diese galloromanische Stätte wird durch ein Gebäude der Sarraziner deutlich, wo die Ruinen von zehn Becken vermuten lassen, dass die Menschen dort zu Beginn Landwirtschaft betrieben, Wein anbauten und sogar handwerklichen Tätigkeiten nachgingen.
Im Jahr 1200 fällt die Lehnsherrschaft von Cognac unter das Haus Englands; das Schloss wird aus Stein mit einer Festung neu aufgebaut. Hier wird 1494 François I. geboren. Er hält später den Grundsatz des Salzhandels über den Fluss fest, was den Handel in der Stadt zum Aufblühen bringt. Zu seinen Ehren wurde eine Reiterstatue auf dem Platz mit seinem Namen im Zentrum der Stadt errichtet.
Zu Beginn des 18. Jh. werden die Festungsmauern aufgegeben, während die Felder in der Nähe einen hervorragend Boden für den Hanfanbau und Spaziergänge darstellen. Einige englische Familien lassen sich hier nieder, darunter auch die zukünftigen bekannten Cognac-Namen : Jean Martell im Jahr 1720, Rémy Martin 1724, Richard Hennessy 1755 und Thomas Hone 1763. Aber erst 1891 taucht der Name Cognac als Bezeichnung des berühmten Likörs auf.
Im Jahr 1971 geht Jas Hennessy eine Geschäftsverbindung mit Moët et Chandon ein, um 1983 den Konzern LVMH, Louis Vuitton - Moët Hennessy zu gründen.
Cognac ist die Wiege mehrerer großer Persönlichkeiten : François 1er (1494 - 1547) ; Paul-Emile Lecoq de Bois Baudran, der 1875 das chemische Element Gallium entdeckte und 1878 Samarium isolierte; Jean Monnet, Gründungsvater von Europa ist dort 1888 geboren; Louis Delage, der durch den Bau der herrlichen Automobile mit seinem Namen berühmt wurde… Cognac ist auch die Geburtsstadt des Imitators Gérald Dahan.
So erstaunlich das auch sein mag, die Bezeichnung Cognac ist erst am 1. Mai 1909 entstanden. Zu Beginn war der Cognac das Produkt aus dem Brennen eines schlechten Weins, eine Art Brandy. Durch die zweifache Destillation sind es ausgezeichnete Produkte geworden. Das erste Erhitzen erfolgt in einem Destilliergerät aus Kupfer, der « Charentais »-Brennblase, deren Fassungsvermögen genau bestimmt ist. Das Ergebnis ist das sogenannte "braillin" (Rohbrand) mit 25° Alkohol, von dem der Mittellauf (cœur) getrennt wird.
Dieser Mittellauf wird erneut destilliert, was dann den guten Brand, den Alkohol mit 68° bis 72° erreicht.
Nach der Destillation wird der Feinbrand in Eichenfässern aus den Wäldern des Tronçais oder Limousin während mindestens drei Jahren gelagert.
Das zweifache Brennverfahren ist eine Initiative des Ritters von Croix Marron, der davon geträumt hatte, dass der Teufel ihm seine Seele stehlen wolle. In seinem Traum sah er sich im Kessel des Bösen, aber wenn sein Glaube fest genug wäre, könnte er dem ersten Brand entkommen ! Als er beim zweiten Brand erwachte, hatte der Ritter die Idee, dieses "Rezept" auf den Wein von Charentes anzuwenden. So ist diese ausgetüftelte Methode entstanden, um einen echten Cognac herzustellen, dessen Brennsaison am 31. März nach der Ernte beendet wird.
Boutiers hat seinen Namen von der französischen Bezeichnung « bouter l’ennemi », den Feind vertreiben. Zu dieser alten Festung gehörte das Priorat von Saint-Cybar, wo eine Gemeinschaftsstiftung von Mönchen der Dauphiné von Saint-Antoine, in der Nähe von Saint-Marcellin (Isère) sich niedergelassen hatte.
Hier können die Kirche Saint-Trojan, die Kirche Saint-Marmet, eine Mühle und die Ruinen der Ziegelbrennerei aus dem 19. Jh. bewundert werden.
Die Gemeinde befindet sich mitten im Tal des Soloire. Hier befindet sich eine romanische Kirche aus dem 11. Jh., die im Laufe der Jahrhunderte restauriert wurde. Nercillac ist die Geburtsstadt von Armand Pingard, der hier 1887 geboren wurde und nach einer Afrikakampagne einer der wenigen Flieger war, der als Pilot von Jagdfliegern in die französische Luftwaffe 1914 berufen wurde. Ganz zu Beginn des Großen Krieges flog Pingard eine MS 23 bei gefährlichen Staffeln und konnte 25 Siege feiern. Nachdem er nach einer Notlandung am 8. Februar 1915 in deutsche Gefangenschaft geriet, konnte er ein Jahr später fliehen und bis zum 22. August 1918 die Luftkämpfe auf neuen Maschinen, die während seiner Kriegsgefangenschaft in Betrieb genommen wurden, fortsetzen.
In der im Bronzezeitalter entstandenen Gemeinde befindet sich eine Kirche aus dem 14. Jh., die 1568 von den Protestanten zerstört wurde. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört auch das Schloss der Poyade aus dem 19. Jh. und ein Taubenschlag aus dem 16. Jh. Der Besucher kann auch große Treibhäuser von 5000 m² mit Kiwipflanzen, Zimmerpflanzen und einer schönen Sammlung von 600 Orchideenarten, bewundern.
Die Stadt in der Henri III (Heinrich III.) im Kindesalter Herzog war hat einen Wahlspruch der da lautet : « Ich beziehe meine Kraft aus der Loyalität meiner Bürger ».
Angoulême besitzt einen hoch angelegten Stadtteil, die Oberstadt, mit engen Gassen im Norden, und einem tiefer gelegenen Stadtteil im Süden, der Unterstadt sowie Fußgängerzonen im Osten.
Die Oberstadt hat ihr Antlitz seit dem XIX . Jahrhundert kaum verändert und die beste Art und Weise sich persönlich davon zu überzeugen, ist entgegen dem Uhrzeigersinn der Promenade des Remparts entlang dem Stadtwall zu folgen, ausgehend vom Tourismusbüro bis zur Places des Halles.
Von dort aus hat der Besucher einen Ausblick auf die Brücke und die Vorstadt Saint-Cybard und das Charente-Tal.
Das Rathaus der Stadt, erbaut zwischen 1858 und 1868 in einem Mischstil aus Gothik und Rennaissance liegt dort wo ehemals das Herzogschloss stand und ist das Werk des Architekten Paul Abadie, der auch die Basilika Sacré Cœur entworfen hat.
Heute existiert nur noch die tour polygonale (Polygonalturm), der ehemalige Bergfried des XII. und XIV. Jahrhunderts, von wo aus man einen schönen Ausblick auf ganz Angoulême genießt. Das Rathaus hat einen runden Turm aus dem XV. Jahrhundert in dem angeblich Margueritte d ‘ Angoulême im Jahre 1492 das Licht der Welt erblickte. Diejenige, die ihr Bruder Friedrich I. die « Margueritte des Marguerittes » (die Margeritte unter den Margeritten) nannte und die bekannt ist als Verfasserin des « L’Heptaméron » (Heptameron), einer Geschichtensammlung inspieriert von Boccace.
Seit dem ersten Comic-Festival in Angoulême hat dieses enorm an Bedeutung hinzugewonnen. Das CNBDI (Centre national de la BD et de l’Image), entworfen von Roland Castro, ist ein herausragendes Gebäude aus Stein und Glas mit einem Vorplatz aus bemalten Steinplatten.
Das Dekor besteht aus bewusst nicht fertiggestellten Zeichnungen und bildet den Rahmen für die schönsten permanenten Comicsammlungen des CNBDI.
Das Museum der Geschichte des Comic schildert die verschiedenen Epochen des französischen und belgischen Comic von der Mitte des XIX. Jahrhunderts bis zur heutigen Zeit und huldigt den Autoren, denen wir die schönsten Seiten des Comic verdanken.
Das Wissenschafts- und Technologiemuseum zeigt die einzelnen Schritte der Entstehung eines Comic auf und das Naturwissenschaftliche Museum stellt das erstaunliche Bestiarium des Comic mit seinen realen und phantatischen Tieren vor.
Das Völkerkundemuseum erinnert an die Helden des Comic, während das Museum der Schönen Künste die ästhetischen Strömungen des Comic Revue passieren lässt.
Angoulême mit seinen bedeutenden Papierfabriken hat es geschafft diesen noblen Industriezweig (früher wurde hier auch Ziagrettenpapier hergestellt) unter dem großen Namen « La Couronne » aufrecht zu erhalten. Letztere sind in in ganz Frankreich und über die Landesgrenzen hinaus als Lieferanten von Büropapier (Agenda, Kalender, Notizblöcke, Schreibhefte) bekannt.
Die Universität in Angoulême zählt 3000 Studenten und ist ein Ableger der Universität Poitiers.
Spezialisiert auf den Bereich Bilder, beherbergt Angoulême die Nationale Schule für Videospiele, die Hochschule für das Comicbild in Verbindung mit dem Bildlabor und einer Tonschule.
Die Stadt besitzt ebenfalls ein Haus der Comicautoren, in dem letztere ein oder zwei Jahre verbringen können und das über zwanzig Plätze verfügt.
Die Region Poitou-Charente ist ebenfalls ein bedeutender Drehort für Film und Fernsehen und belegt auf Landesebene hinter Ile-de-France den zweiten Platz . Bleibt nur noch hinzuzufügen, dass die Fahrt mit dem TGV von Angoulême nach Paris nur zwei Stunden dauert.