
Mittwoch 25 Juli
Sechs Departements: Dordogne, Gironde, Landes, Lot-et-Garonne, Pyrénées Atlantiques.
Der ursprüngliche Name lautete Aquitania (meeresnah) in der okzitanischen, gaskognischen, languedokischen und limousinischen Sprache.
Heißt auf Baskisch Aquitania bzw. Akitania und Aquitaina in der Mundart Poitevin-Saintogeais. Aus der oberen Altsteinzeit stammen die Relikte von Brassempouy und die bemerkenswerten Höhlenmalereien von Lascaux (17.000 v. Chr.).
Auf Okzitanisch: eths pirénéu atlanticq; auf Baskisch: pirinio atlantikoak. Das aus der Provinz Béarn hervorgegangene Departement, das nach seiner Gründung am 4. März 1790 zunächst Basses-Pyrénées hieß, wurde am 10. Oktober 1969 in Pyrénées Atlantiques umbenannt.
Französisch ist zwar die Amtssprache, aber die Straßenbeschilderung ist zweisprachig in französisch und baskisch gehalten, und die Regionalsprache wird in den staatlichen Schulen unterrichtet.
Baskisch (euskara) wird in den Dörfern des französischen Baskenlands gesprochen, Bearnesisch ist die Regionalsprache im Béarn und Gaskognisch im Großraum Bayonne - Anglet - Biarritz. In Bayonne ist die Straßenbeschilderung also dreisprachig: französisch, baskisch und gaskognisch. Bearnesisch wird in einigen staatlichen Schulen unterrichtet.
Wie in Gers und Landes hat die Gastronomie Gänseleberpastete und „pipérade“ (Omelett mit Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Schinken), Madiran, Pacherenc, Jurançon und Irouliguy auf der Speisekarte.
„Poule au Pot“ (Huhn mit Suppengemüse als Eintopf serviert) ist dank Heinrich IV. auch heute noch das typische bearnesische Gericht, ebenso wie „garbure“ (dicker Eintopf mit Gemüse, eingemachtem Fleisch, Kräutern und je nach Gegend Rotwein).
Im Baskenland isst man „axoa“, Huhn auf baskische Art, den berühmten Schinken von Bayonne, der Anlass für ein Fest Anfang Mai bietet, und baskischen Kuchen.
Hauptort des Kantons des Arrondissements Pau
Nach Morlaàs und vor Pau zwei Jahrhunderte lang Hauptstadt von Béarn, wurde Orthez von Gaston III. von Moncade errichtet. 1569 wurde der Stadt, die von den Religionskriegen heftig erschüttert wurde, der Hauptstadtstatus entzogen. Bis 1620 hatte sie eine unabhängige protestantische Universität.
Das Wappen von Orthez zeigt eine Brücke mit vier Bogen, über denen sich ein mit Zinnen bewehrter Turm aufrichtet, das Ganze in Silber, das Mauerwerk als schwarzes Gitter (Sable) dargestellt, darüber zwei goldene Schlüssel. Die Devise der Stadt lautet: „Toquoy si gaouses“, was „Rühr es an, wenn du dich traust“ bedeutet.
Orthez bietet mehrere interessante Bauwerke: die Kirche Saint-Pierre aus dem 13. Jahrhundert, deren Bau hundert Jahre dauerte und die den Protestanten im 16. Jahrhundert weggenommen wurde. Der Turm der Moncade von 1250, der Pont Vieux aus dem 13./14. Jahrhundert, der noch immer den Fluss Gave überspannt und 1569 den Angriffen der Truppen von Montgomery und 1814 dem Herzog von Wellington widerstand.
Die Reclus haben das Béarn im 19. Jahrhundert stark geprägt. Elisée ist in Frankreich dank vieler Straßennamen das bekannteste Familienmitglied; Onésime (1827-1916), Sohn eines Pastors, war Geograf. Er war es, der in seinem Werk „France, Algérie et Colonie“ den Begriff „Frankophonie“ einführte, um die Verbreitung der französischen Sprache zu fördern, so seine Worte.
Elisée Reclus (1830), ebenfalls Geograf, Anarchist und Freikämpfer, ist Autor des in 19. Bänden erschienen Werks „Nouvelle Géographie Universelle“ und von „L’Homme et la Terre“.
Elisée Reclus, der als Mitbegründer der Freikörperkultur gilt, die „die Sozialisierung fördert“, verfolgte das Projekt, einen Globus im Maßstab 1:10.000 zu bauen, um unseren Planeten zu studieren.
Navarrenx, ursprünglich Sponda Navariessi, was „Holz der Betten der Navarrer“ oder auch „Rand von Navarra“ bedeutet. Im Laufe der Jahrhunderte hieß der Ort Navarrensis, Navarrencx, Navarrencal, Nabarrencx (auf Bearnesisch Nabarrencx, auf Baskisch Nabarrenks).
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort in der Schreibweise Navarrenx in einer Charta aus dem Jahr 1078.
1188 wurde die Holzbrücke über den Gave d’Oléron gebaut.
„Le Navarre“ ist auch der Name einer Robusto-Zigarre, die in der Gemeinde in einer Auflage von 100.000 Exemplaren pro Jahr hergestellt wird und von „Vin et Cigares“ 2006 zu den drei besten Zigarren weltweit gezählt wurde.
Die Ursprünge von Mauléon Licharre reichen bis 1261 zurück, als Prinz Edward I. von England die Vizegrafen von Soule zwang, sich zu unterwerfen. Er beschloss die Befestigung von Villeneuve les Tardets, heute Tardets, Soholus und Mauléon.
Mauléon wird vom Gebirgsbach Saison in zwei Teile getrennt. Im Osten liegt die eigentliche Stadt, eine Bastille, die von einer Festung überragt wird; im Westen liegt eine ehemals eigenständige Kommune, die sich zum Einkaufs- und Gewerbegebiet entwickelt hat, wo sich die Hersteller der Espadrilles, dank der Mauléon zum ersten Industriestandort des Baskenlands aufstieg, konzentrieren.
Das „Hôtel de la Maytie“ in der Unterstadt ist sehenswert. Als schönster Herrensitz aus der Renaissancezeit im Baskenland verfügt das vom Bischof von Oloron entworfene Stadtpalais über ein immenses Dach, Pfostenfenster und quadratische Winkeltürme, die ein herrliches Gesamtbild ergeben.
Tardets Solhorus ist für die geschützte Herkunftsbezeichnung Iraty und Herstellung baskischer Wäsche und Regenschirme bekannt. Es ist die Stadt des Schriftstellers Augustin Chaho, Romantiker und baskischer Patriot.
In Tardets gibt es eine Kapelle mit baskischen Inschriften zu sehen. Das Museum für Agropasturalismus bietet einen interessanten Überblick über die landwirtschaftlichen Geräte und die Kleidung vergangener Tage sowie Schmuckgegenstände aus baskischen Wohnhäusern.
Licq Atherey ist eine Hochburg für Kajakfahrer und Kanuten, die ihrem Sport auf den reißenden Fluten des Saison frönen. Für Bierfreunde ist die Brasserie Akerbeltz sehenswert, die Bier nach alter Art braut. Am Ende des Besuchs besteht die Möglichkeit der Verköstigung!
Das Bergdorf Larrau, das am Pilgerweg nach Santiago di Compostella liegt, hat eine Kirche, die den Namen Johannes des Täufers trägt und mal Hospital und mal Priorat war. Sie steht am Fuße des gleichnamigen Gebirgspasses, wo man Ringeltauben jagt. Die Stadt schaut auf die Schlucht von Holzarte, wo relativ leichte Wanderungen möglich sind. Ausgangspunkt ist die Auberge de Logibar.
Navarra hat 528.837 Einwohner und ist eine der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens. Die Hauptstadt ist Pamplona. Mit 90% ist spanisch (kastillisch) die vom überwiegenden Teil der Bevölkerung gesprochene Sprache; nur 10% sprechen baskisch. In den Behörden und der Verwaltung ist der Gebrauch beider Sprachen zulässig. Die autonome Gemeinschaft liegt zwischen La Rioja und Aragonien und dem französischen Baskenland.
Arette, das zwischen Baskenland, Béarn und Spanien liegt, war Wohnort von Nelson Paillou, dem ehemaligen Präsidenten des CNOSF (Nationales Olympisches Komitee), der 1924 in Bordeaux zur Welt kam und im November 1997 in der Nähe von Arette bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.
In Arette steht das „Maison de Baretous“, wo man den Junte de Roncal sehen kann, einen Völkervertrag, der die Spanier und Franzosen seit mehr als 600 Jahren eint. Dieser Rechtsakt legte den Grundstein für einen dauerhaften Frieden zwischen dem Béarn und Navarra.
Der Name des Orts Marie-Blanque leitet sich von „Mari (ohne „e“) blanque“ ab, einem Aasgeier, der sich von Tierkadavern ernährt.
Der erste Fahrer, der hier in der Geschichte der Tour de France eine Bergwertung gewann, war 1978 der Belgier Michel Pollentier, während am Ende des Felds Bernard Thevenet, scheidender Sieger, vor Erschöpfung aufgab. Letzter Sieger einer Bergwertung am Col de Marie-Blanque war 2006 Cyril Dessel.
Das malerische Dorf Bielle wurde 51 v. Chr. unter römischer Besatzung gegründet.
Der Spaziergang am Sturzbach entlang führt zu einem riesigen Spielplatz (Räder, Ponyreiten auf markierten Wegen) und zum „Maison du Lac“ (Haus des Sees), einer unterhaltsam und interaktiv gestalteten Anlage, in der der Besucher viel über Umwelt, Wasser, Flora, Fauna und Wasserkunde erfährt.
Laruns hat im Tal des Ossau in einem Areal mit einer Fläche von 8000 ha das Haus des Nationalparks Pyrenäen eröffnet. Im Juli und August besteht die Möglichkeit, mit den Parkwächtern Führungen zu machen, um mehr über die Fauna, Flora und bäuerliche Geschichte und Nutzung zu erfahren. Auf diesen Führungen kann der Besucher Raubvögel, Murmeltiere und Gämsen beobachten.
Erstmals seit 1910 ist der Gipfel des Col d’Aubisque wieder Zielort der Etappe von Gourette, dem Ort, mit dem diese Etappe in Verbindung gebracht wird. Gourette, das früher Eaux-Bonnes hieß, liegt an einer antiken Route. Der Gemeinderat genehmigte 1881 Grabungen in Gourette, wobei man auf Gold- und Silbererz stieß. Im Winter 1932/33 beschäftigte die Minengesellschaft von Arre 33 Bergleute in ihren Stollen auf 2100 m Höhe. Eine Lawine tötete 17 Arbeiter, 13 davon Italiener. Die Mine wurde daraufhin von Arre an den benachbarten Fundort in Anglas verlagert. 1890 förderten 100 Bergleute im Schnitt 40 Tonnen Erzgestein pro Tag.
Die Ausbeute der Mine wurde auf Kippwagen nach Laruns und weiter mit der Bahn nach Bayonne befördert Von dort aus gingen die Lieferungen nach England und Spanien. 1888 wurden 3720 Tonnen gewonnen - ein Rekord, der erst 1916 eingestellt werden sollte.
1930 ließ Gourette die Straße asphaltieren, baute Stromleitungen, führte eine erste Busverbindung ein und ließ das erste beheizte Chalet bauen. Dies stellte zum damaligen Zeitpunkt, als bereits die ersten betuchten Bürger aus Bordeaux die Freuden des Wintersports für sich entdeckten, einen ungemeinen Luxus dar.
2001 hat die Gemeindeverwaltung von Gourette mehrere Millionen investiert, um die Talstation zu modernisieren, die sehr ansprechend gestaltet wurde. Die Mittel wurden außerdem für den Bau von Pisten, die Inbetriebnahme neuer, ultramoderner Skilifte… und den Rückbau von etwa hundert ungenutzten, gefährlichen und unansehnlichen Masten genutzt.
In Gourette wird außerdem, wunderschön gelegen, Gebirgshonig hergestellt. Philippe und Suzanne laden Sie ein, das Leben der Biene kennen zu lernen, deren Königin die Kunst, ihre Arbeiterinnen schuften zu lassen, meisterlich beherrscht. Jedenfalls ist die Lebenserwartung der Arbeitsbienen nur ein Drittel so hoch wie die ihrer Königin!
Auf dem ersten Stück der 16. Etappe der Tour de France 1971 bei Luchon-Gourette (145 km), die am Tag nach der Aufgabe von Luis Ocana anstand, der im gelben Trikot fahrend auf der Abfahrt vom Col de Mente bei sintflutartigem Regen gestürzt war, wollte Bernard Labourdette, Sohn des kleinen Orts Lurbe Christau im Kanton Oloron Sainte-Marie und Mannschaftskamerad des Kastellanen aus Mont-de-Marsan im Team Bic, den Chef rächen und diese anspruchsvolle Pyrenäenetappe gewinnen. Und genau das gelang ihm trotz wolkenbruchartigen Regens, wobei er in Gourette-Eaux Bonnes den großen Eddy Merckx, Van Impe und Zoetemelk hinter sich ließ.
Der Siegerstrauß wurde ihm auf dem von Windböen und Regen gepeitschten Podium überreicht. So lange man zurückdenken konnte, hatten die Zuschauer so etwas bei der Tour selten gesehen.