Interviews
John Lelangue (Phonak): "Wir sind nicht in Panik verfallen."
«Der Radwechsel ist schon eine Anekdote. Hauptsache, dass er nicht gestürzt ist. Ganz ehrlich gesagt, habe ich gar nicht gesehen, was genau passiert ist. Ich habe ihn nur auf der rechten Straßenseite gesehen und daraufhin angehalten. Der Vorfall hat sich bei Km 13 ereignet, und bei Km 16,5 konnten wir dann feststellen, dass der Rückstand auf Honchar nur 17’’ betrug, also sind wir nicht in Panik verfallen.
Er hat im letzten Streckenabschnitt im Gegensatz zu den anderen nicht geschwächelt, doch ist mir aufgefallen, dass sich alle Fahrer der Mannschaft in schwierigen Situationen gut anpassen, besonders bei Gegenwind.
Ich habe immer gesagt, dass Floyd bei dieser Tour de France Favorit ist. Er ist aber nicht DER Favorit schlechthin. Erstens gibt es noch viele andere Anwärter, bei T-Mobile aber auch anderswo. Zweitens ist bei der Tour de France alles möglich. Es bleiben noch zwei Rennwochen mit den Pyrenäen und den Alpen. Das wird sehr schwer.
Die erste Woche ist reibungslos verlaufen, denn wir sind entsprechend gefahren, um Probleme zu vermeiden. Die Teamgefährten verhalten sich beispielhaft, sie strahlen bei der Arbeit Zuversicht und Mut gleichzeitig aus.
Die nächste Prüfung wartet morgen auf uns. Man muss das Renngeschehen immer im Auge behalten. Ich hüte mich vor allen Attacken, da ich weiß, dass jeder die Flucht nach vorne antreten kann.»
Marcus Fothen – “Wir fahren weiterhin für Levi.”
Mir tut so ziemlich alles weh, aber es war trotzdem ein sehr guter Tag. Natürlich ist die Platzierung von Levi so weit hinten eine Enttäuschung, aber mal sehen, was wir machen werden. Ich warte auf die Rückkehr ins Hotel, um mit ihm zu sprechen und zu erfahren, was wirklich geschehen ist. Ich glaube allerdings nicht, dass sich an unserer Taktik etwas ändern wird, wir fahren weiterhin für Levi.
Die Strecke war schwierig, mit ständigen, schleichenden Anstiegen und Gegenwind auf dem letzten Streckenabschnitt. Ich werde natürlich versuchen, das Trikot des besten Nachwuchsfahrers zu verteidigen, doch hat das keine Priorität. In erster Linie muss für Levi und Totschnig gearbeitet werden.
Serhiy Gonchar: "Ich wusste, dass eine Belohnung auf mich wartete."
"Ich bin echt glücklich über den Etappensieg und das Gelbe Trikot, habe aber keine Ahnung, was sich auf den nächsten Etappen abspielen kann. Bis zu den Pyrenäen bleiben nicht mehr viele Etappen und dann werden wir klarer sehen. Ich habe mich hundertprozentig auf diese Tour de France vorbereitet, und wie alle im Team möchte ich unbedingt zeigen, dass wir konkurrenzfähig sind.
Am Anfang der Etappe habe ich mich sehr gut gefühlt und hatte keine Probleme, mit einer großen Übersetzung zu fahren. Auf den letzten zehn Kilometern ist es mir dann etwas schwerer gefallen, doch ich wusste, dass ich auf die Zähne beißen musste. Es war hart mit dem starken Gegenwind, da habe ich mir gesagt «gib nicht nach, du musst alles aus dir rausholen… ». Ich wusste, dass am Ende eine große Belohnung auf mich wartete.
Ich bin nicht jung, doch fĂĽhle ich mich jung im Inneren, darauf kommt es in erster Linie an.
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