|
|
DIRECKT VOM RENNEN
Regeln und Einsätze
Wichtig: Wir haben Auszüge aus einzelnen Artikeln ausgewählt (die komplette english Version aufladen, format PDF - 915 Ko).
Artikel 1 - Teilnahme
Die 92.Tour de France wird von Samstag, 2. Juli, bis Sonntag, 24. Juli 2005, ausgetragen. Es nehmen 21 Mannschaften mit jeweils neun Fahrern teil, alles in allem also 189 Radprofis. [...]
Artikel 2 - Kennzeichnung der Rennfahrer
Die Fahrer sind verpflichtet, am vorderen Rahmen ihres Rennrades eine Startnummer sichtbar anzubringen und diese in Form eines Aufnähers auch beidseitig in Hüfthöhe (Kleinformat) zu tragen. […]
Artikel 4 - Pannenhilfe
Alle Rennfahrer dürfen sich gegenseitig Unterstützung gewähren, und zwar wie folgt: Überlassen bzw. gegenseitiger Behelf mit Proviant, Getränken oder Zubehör. Das Überlassen bzw. der gegenseitige Austausch von Ersatzrädern bzw. ganzen Rennrädern ist dagegen nur zwischen Fahrern der gleichen Mannschaft gestattet.
Artikel 6 - Verpflegung
Allgemein ist eine ständige Verpflegung ab dem Hinweisschild bei Kilometer 50 und bis zum Hinweisschild "Ende der Verpflegung" (20 km vor dem Ziel) zulässig;
Artikel 7 - Regelverstöße während des Rennens
Das Fahren im Windschatten von Motorfahrzeugen, sowie jegliches "Anschieben", "Ziehenlassen" sowie die Inanspruchnahme sonstiger Unterstützungshandlungen sind unter keinen Umständen erlaubt.
Artikel 8 - Aufgabe des Rennens
Alle Fahrer, die das Rennen aufgeben, müssen ihre Startnummer beim verantwortlichen Kommissar des am Ende des Feldes fahrenden Schlusswagens abgeben.
Artikel 9 - Pflichten der teilnehmenden Rennteams
Die Fahrer und Teamchefs (Sportliche Leiter) sind gehalten, sich der Disziplin und dem Reglement unterzuordnen. Dies gilt sowohl für die Regel der Gleichbehandlung als auch für Ansehen und Ruf der Tour de France.
Artikel 10 - Trikots der Erstplatzierten
Die Erstplatzierten im Gesamtklassement, in der Punktewertung, in der Bergwertung und in der Nachwuchswertung fahren jeweils in der nachstehenden Reihenfolge :
- im ersten Fall im "Gelben Trikot";
- im zweiten Fall im "Grünen Trikot"; - im dritten Fall im "Weißrot gepunkteten Trikot".
- und im vierten Fall im "Weißen Trikot".". [
]
Für die einzelnen Trikots der jeweils Führenden gilt folgende Rangordnung: gelbes Trikot, grünes Trikot, weiß-rotes Trikot, weißes Trikot. Führt ein Rennfahrer in mehreren Gesamtwertungen, trägt er natürlich nur das jeweils ranghöchste Trikot. Die nachfolgenden Trikots tragen in einem solchen Fall die jeweils Nächstplatzierten, also der 2., 3. oder 4. der entsprechenden Gesamtwertung.
Artikel 14 - Zeitnahme
Bei den Zielankünften wird für alle in einem Feld ankommenden Fahrer die gleiche Zeit genommen.
Artikel 15 - Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung während des Rennens wird ausschließlich von den durch die Veranstalter beauftragten medizinischen Fachkräfte wahrgenommen. Dies gilt von dem Moment an, da die Fahrer den Startbereich betreten haben und bis zu dem Zeitpunkt , da sie sich außerhalb des Zielbereiches befinden.
Artikel 17 - Etappenstarts
Bei Flachetappen müssen sich die Fahrer und die jeweilige sportliche Leitung mindestens zehn Minuten vor dessen Schließung am Ort der Unterschriftenkontrolle einfinden.
Nach dem Aufrufen der Fahrer kann der vom Tourdirektor vorgenommene eigentliche Start auf drei verschiedene Arten erfolgen.
- "Stehend": Vom Ort der Unterschriftenkontrolle aus, sofern es die Route erlaubt;
- "Verzögerter Start": Wenn der von der Organisation des Wettbewerbs ausgewählte Ort weit genug vom Ort der Unterschriftenkontrolle entfernt ist;
- "Fliegend": Wenn der von der Organisation des Wettbewerbs ausgewählte Ort nicht sehr weit vom Ort der Unterschriftenkontrolle entfernt ist, bei "Kilometer 0".
Artikel 18 - Parcours
Die Rennfahrer haben sich stets an den vorgegebenen Parcours zu halten. Das Befahren anderer Strecken, insbesondere die Nutzung von Abkürzungen, wird bestraft.
Artikel 19 - Verhalten an Bahnübergängen
Den Fahrern ist es nicht gestattet, Bahnübergänge bei geschlossener Schranke zu passieren. Fahrer, die sich über dieses Verbot hinwegsetzen, werden durch die Rennleitung vom Rennen ausgeschlossen!!
Artikel 20 - Zielankünfte
Allgemeine Regeln. Die Zielankünfte der Etappe sind durch ein "rotes Licht" gekennzeichnet, das von einem aufblasbaren Bogen überragt wird und sich einen Kilometer vor der Ziellinie befindet. Bei auf den letzten drei Kilometern eindeutig festgestellten Stürzen, Reifen- bzw. mechanischen Pannen wird den betroffenen Fahrern die gleiche Zeit gutgeschrieben wie jenen Fahrern, die zum Zeitpunkt des Sturzes bzw. der Panne neben ihnen fuhren. Sie werden in der Wertung so berücksichtigt, als wenn sie tatsächlich die Ziellinie überfahren hätten. Erreicht ein Fahrer infolge Sturzeinwirkung nicht mehr die Ziellinie, kommt er als Etappenletzter in die Wertung.
Artikel 22 - Karenzzeiten für die Zielankunft
Abhängig von Profil und Schwierigkeitsgrad einer Etappe können die vorgegebenen Karenzzeiten variieren. Es findet der jeweilige Koeffizient Anwendung.
Artikel 23 - Einzelzeitfahr-Etappen
Für den Start bei Einzelzeitfahren gilt nachstehende Reihenfolge :
- In Fromentine: Im Abstand von 1 Minute. Die Startfolge wird durch die Rennleitung und die Verantwortlichen der Mannschaften festgelegt.
- In Saint-Étienne: zunächst im 2-Minuten-, für die letzten Starter dann im 3-Minutentakt. Die Fahrer starten in umgekehrter Reihenfolge der Gesamtwertung nach der 19. Etappe. Der Zeittakt kann auf Anweisung der Tourdirektor in Absprache mit der Rennleitung für einzelne bzw. alle Fahrer verlängert oder verkürzt werden. Die Startreihenfolge kann von der Rennleitung und dem Tourdirektor geändert werden, wenn sich aus dem Klassement ergibt, dass zwei Fahrer derselben Mannschaft hintereinander platziert sind. In diesem Fall übernimmt der schlechter platzierte Fahrer den Platz des normalerweise vor ihm startenden Fahrers. […]
Wird ein Fahrer eingeholt, so hat dieser einen seitlichen Abstand von 2 Metern einzuhalten. Zudem muss der überholte Fahrer einen Mindestabstand von 25 Metern zum vor ihm fahrenden Aktiven einhalten. Es ist den Fahrern nicht gestattet, sich gegenseitig zu unterstützen. [
]
Begleitfahrzeuge müssen einen Abstand von ca. 10 Meter hinter ihren Fahrern einhalten; in keinem Fall dürfen sie auf gleicher Höhe fahren. Sämtliche Anweisungen und Informationen sind von hinten zu geben. Das Fahren zwischen zwei Fahrern ist nur dann erlaubt, wenn diese mindestens 50 Meter Abstand voneinander haben.
Artikel 24 - Mannschaftszeitfahr- Etappen
Der Start beim Mannschaftszeitfahren erfolgt im 5-Minutentakt und in umgekehrter Reihenfolge der Gesamtwertung nach der 3. Etappe. [
]
Für die Mannschaftswertung wird die Zeit des fünftplatzierten Fahrers eines Teams (bis auf die Hundertstel Sekunden gemessen) berücksichtigt. Für innerhalb dieser Zeitspanne ankommende Teams wird die gleiche Zeit genommen, auch wenn die Zeit teilweise unterboten wird.
Die Zeit aller in diesem Klassement geführten Fahrer richtet sich nach der Zeit, die vom Fünftplatzierten des zeitbesten Teams erreicht wird ("Scratch"-Zeit).
Liegt der Zeitabstand unter den nachstehend aufgeführten Zeitvorgaben, wird die tatsächlich gefahrene Zeit für die Wertung berücksichtigt.
Überschreitet der Zeitabstand die Vorgaben, so erfolgt die Wertung in Abhängigkeit von der Platzierung seines Teams und durch Addition der Siegerzeit mit den per Zeitlimit vorgegebenen Sekunden. [
]
Für Fahrer, die nach dem Fünftplatzierten ihres Teams allein das Ziel erreichen, wird die tatsächlich benötigte Zeit in die Gesamt-Einzelwertung übernommen.
Fahrer, die nach der im Reglement (Koeffizient 6) festgelegten Karenzzeit das Ziel erreichen, werden disqualifiziert.
Für die Gesamt-Mannschaftswertung findet die Zeit des jeweils Fünftplatzierten eines Teams Berücksichtigung. [
]
Artikel 25 - Wertungssystem
a) GESAMTEINZELWERTUNG - Die Gesamteinzelwertung ergibt sich aus der Addition der durch die Rennfahrer auf den 21 Etappen erzielten Einzelzeiten, unter Berücksichtigung der Zeitgutschriften und Strafzeiten. […]
b) GESAMTEINZELWERTUNG FÜR DEN BESTEN PUNKTEFAHRER - Die Gesamteinzelwertung für den besten Punktefahrer ergibt sich aus der Addition der durch die einzelnen Rennfahrer im Prolog und im Verlaufe der Etappen erzielte Punkte laut Punktetabelle, unter Berücksichtigung der Strafpunkte : [
]
c) WERTUNG FÜR DEN BESTEN BERGFAHRER - Die Wertung für den besten Bergfahrer ergibt sich aus der Addition der an sämtlichen Gebirgspässen und Steigungen erzielten Punkte,. [
] also der Bergwertungen der 1., 2., 3., 4. sowie der höchsten Kategorie. Bei Punktgleichheit zweier Fahrer zum Abschluss der Bergwertung wird diese Wertung dem Fahrer zugesprochen, der die meisten Bergwertungen der höchsten Kategorie gewinnen konnte. [
]
d) WERTUNG FÜR DEN BESTEN NACHWUCHSFAHRER - Die Wertung für den besten Nachwuchsfahrer ist für Fahrer bestimmt, die nach dem 01.01.1980 geboren wurden. [
]
e) GESAMTMANNSCHAFTSWERTUNG - Die Gesamtmannschaftswertung ergibt sich aus der Addition der im Prolog und im Verlauf der Etappen erzielten drei besten Einzelzeiten eines Teams. [
] Bei Zeitgleichheit in der Gesamtwertung entscheidet zunächst die Zahl der Etappensiege durch ein Team, danach die Zahl der Zweitplatzierungen und schließlich weitere Platzierungen, und zwar solange bis eine Entscheidung zugunsten einer Mannschaft möglich ist. [
]
f) WERTUNG FÜR DEN FAIRSTEN FAHRER - Der Fairness-Preis geht an den Fahrer, der sich am meisten durch sportliche Fairness hervorhebt. Dieser für die Flachetappen ausgeschriebene Preis wird auf Vorschlag einer vom Tourdirektor der Tour de France geleiteten Jury vergeben.
Artikel 26 - Zeitgutschriften
Artikel 28 - Dopingkontrollen
Artikel 29 - Ausschlüsse vom Rennen
Wird bei einzelnen Mitgliedern eines Teams rufschädigendes Verhalten festgestellt, wodurch das allgemeine Ansehen der Tour de France beschädigt werden könnte, behält sich der Veranstalter nach Abstimmung mit der Jury und den Rennkommissaren das Recht vor, den/die betroffenen Fahrer/Teammitglied/er vom laufenden Rennen auszuschließen.
Artikel 31 -
Dieses Reglement wurde in französischer Sprache verfasst und ist bei eventuellen Übersetzungsproblemen maßgebend.
Ehrenkodex
Die Tour de France bewahrt sich seit jeher ihre eigenen Werte, ohne die sie nicht nur ihre sportliche Glaubwürdigkeit, sondern auch ihre unumstrittene Rolle im kulturellen, ökonomischen und sozialen Bereich verlieren würde.
Diese unverrückbaren Werte fanden und finden ihren Widerhall in allen Belangen der Tour de France, sei es auf der Ziellinie, bei Ausreißversuchen oder im Kampf um das allseits begehrte Gelbe Trikot des Spitzenreiters.
Allerdings handelt es sich nicht um irgendeinen Wettbewerb, bei dem es um jeden Preis nur darum geht, den Sieg zu erringen.
Die Bedeutung dieses Rennens geht indes weit über alle anderen Sportarten im Allgemeinen und alle Radsportveranstaltungen im Besonderen hinaus, denn schließlich handelt es sich bei der Tour de France um das größte und wichtigste Radrennen der Welt. Daher bedarf es:
> klarer Regeln, die nach Buchstaben und Geist einzuhalten sind.
> der Achtung gegenüber den Offiziellen die über Anwendung und Einhaltung dieser Regeln und Vorschriften wachen sowie dazu Entscheidungen treffen dürfen.
> der Chancengleichheit für alle teilnehmenden Rennfahrer. Das Gewähren eines Vorteils gegenüber einem einzelnen Fahrer ist unzulässig und widerspricht der sportlichen Fairness. In diesem Sinne ist die Einnahme von Dopingmitteln, wie sie in der heutigen Gesellschaft leider häufig vorkommt, im Sport untragbar.
> eines kompromisslosen Kampfes gegen Betrug, Korruption und Manipulation, durch die außerhalb des Einsatzes sportlicher Mittel Vorteile erzielt werden sollen.
Die Annahme und Einhaltung dieser Grundsätze ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Zuschauer, die der Tour de France in all den Jahren ihres Bestehens ihre absolute Wertschätzung und Begeisterung entgegen gebracht haben, auch künftig ihre starke Verbundenheit mit dem Rennen demonstrieren.
Die Sieger von heute sind die legitimen Nachfolger eines einzigartigen kulturellen Erbes, das ohne die moralischen Tugenden, die das Rennen zu dem machten, was es heute ist, nicht mehr präsent wäre.
Folglich ist jeder einzelne Rennfahrer, egal welchen Platz er im Klassement belegt und welche Leistung er bei der Tour de France bringt, dazu angehalten, alle Grundsätze dieses Ehrenkodex' strikt einzuhalten. Tut er dies nicht, dann trägt er persünlich dazu bei, dass seine Sportart zunehmend pervertiert und vom Verfall bedroht wird.
|
|
|